AvenirSocial - Professionelle Soziale Arbeit Schweiz

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NL 09/11 - Newsletter AvenirSocial - Sektion Bern

Sommaire

Editorial

Liebe Kolleginnen und Kollegen
Wir freuen uns, wenn Sie unseren Newsletter in Ihrem Team bekannt machen. Hier können Sie den Newsletter persönlich abonnieren.

Sozialpreis 2011 geht an das Internetcafé Power-Point
Das Internetcafé Power-Point ermöglicht seit April 2011 erwerbslosen und armutsbetroffenen Menschen den Zugang zur digitalen Welt. Das Projekt wurde von Armutsbetroffenen selber initiiert und wird von KABBA, dem Komitee der Arbeitslosen und Armutsbetroffenen, selbständig geführt.

Co-Präsidentin Brigitte Hunziker ehrt das auserwählte Projekt: „Das Internetcafé Power-Point zeichnet sich dadurch aus, ... Zu Fotos und Kurzbericht.

Das Medienecho war in Zeitungen und Radio war sehr erfreulich, insbesondere im Radio:
DRS 1 - Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 21. Oktober 2011
DRS 1 - Trend, 22. Oktober 2011: Aufs Sozialamt statt zum RAV?

14. November 2011: "Sozialhilfe unter Druck: Wir mischen uns ein!"
Montag, 14. November 2011, 18.30 bis 20.30 Uhr Hotel Bern, Zeughausgasse 9, Bern.
Der immer grössere Druck auf die Sozialhilfe beeinträchtigt die Lebenssituation von Armutsbetroffenen und die Arbeitssituation von SozialarbeiterInnen. Wie reagieren wir darauf?

Kurzreferate von Annie Ortelli und Selina Tribbia, Diskussion in moderierten Kleingruppen, konkrete Massnahmen.
Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme: AvenirSocial Sektion Bern, Gruppe für Menschenwürde in der Sozialhilfe (GMS-BERN), vpod bern.
Zum Detailprogramm.

Initiative für faire Löhne: Merci für eure Unterstützung!
17‘154 Unterschriften sind zur Zeit bei den Gemeinden in Beglaubigung. Herzlichen Dank für eure Unterstützung beim Sammeln! Die Initiative wird Ende November eingereicht werden.

AvenirSocial Sektion Bern unterstützt die Lohninitiative, die am 27. April 2011 von den Personalverbände VPOD, BSPV und LEBE lanciert wurde. Die Lohninitiative fordert, dass das kantonale Lohnsystem gemäss der ursprünglichen Konzeption umgesetzt wird und bei guten Arbeitsleistungen ein jährlicher Lohnstufenaufstieg gewährleistet ist: Faire Löhne für gute Arbeit sollen wieder Realität werden.

Monatliche Regionale Mittagstreffen
Neu in der Region oder neu im Beruf oder das Bedürfnis, Kontakte zu erweitern und zu vertiefen? Lust, Berufskolleginnen und -kollegen von einer anderen Seite kennenzulernen? Interesse, über den eigenen Arbeitsbereich hinweg aktuelle Themen des Sozialbereichs zu diskutieren?

Jeden ersten Donnerstag im Monat treffen sich Berufskolleg/innen in Biel, Langenthal und in Thun zu einem gemeinsamen Mittagessen und diskutieren aktuelle Themen des Sozialbereichs.
Weitere Informationen und nächsten Daten.

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Fachtagung Armutsbekämpfung mit Schuldenberatung

Mittwoch 23.11.2011 in Basel

Informationen und Anmeldung unter www.forum-schulden.ch
Anmeldeschluss 12.11.2011
Kontakt:

Schulden sind eine Armutsfalle und erschweren die Loslösung von der Sozialhilfe. Für Sozialdienste lohnt es sich deshalb, der Schuldenproblematik offensiv zu begegnen. Überschuldete Menschen wenden sich nach wie vor zu spät an eine geeignete Stelle. Wie müsste die Hilfe ausgestaltet sein, um überschuldete Menschen frühzeitig zu erreichen? Und welche Massnahmen sind zu ergreifen, damit Eigenverantwortung bei der Verhinderung oder Bewältigung von Überschuldung wahrgenommen werden kann?

Die Fachtagung findet in Kooperation von Caritas Schweiz, Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe SKOS und der FHNW Hochschule für Soziale Arbeit statt.
Erfolgreiche Kundgebung zur Ratifizierung der Sozialcharta
Die von der Kampagne „Pro Sozialcharta“ organisierte Kundgebung vom 18. Oktober 2011 auf dem Waisenhauplatz in Bern war ein voller Erfolg. Anlässlich des 50 jährigen Jubiläums der Sozialcharta wurde vor Ort eine 26 Meter lange Menschenrechtsschutzmauer mit dem Schriftzug „Pro Sozialcharta“ bzw. "Pro Charte sociale" aufgebaut. Ständerätin Anne Seydoux-Christe, Ständerat Eugen David, Nationalrat Andreas Gross, Bruno Riesen von Amnesty International und Kampagnenleiter Bruno Keel forderten in ihren Reden die Ratifizierung der revidierten Sozialcharta durch die Schweiz.

Die Resonanz der Kundgebung in den Medien war gross. So berichteten unter anderen das Schweizer Radio DRS und das Schweizer Fernsehen über die Kundgebung.
Tagesschau vom 18.10.2011

Armutsstrategie des Bundes
Mitte September 2011 fand das fünfte "NGO-Armutstreffen" statt. Vertreten waren 27 Organisationen, die gemeinsam die Durchsetzung der in der Strategie zur Armutsbekämpfung festgehaltenen Ziele fordern. Die Gruppe leistet diesbezüglich Lobbyarbeit auf Bundes-, Kantons-, und Gemeindeebene.

Vom Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) wird eine "Begleitgruppe" eingesetzt, um die in der Armutskonferenz vom November 2010 getroffenen Massnahmen zu evaluieren und den im November 2012 stattfindenden runden Tisch vorzubereiten. Einsitz in der Begleitgruppe nehmen Vertreterinnen und Vertreter der "NGO-Armutstreffen", verschiedener staatlicher Stellen, der Städteinitiative Sozialpolitik, des Arbeitgeberverbandes, des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes und der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe.

Zur Vertretung der Anliegen der Sozialen Arbeit wird Stéphane Beuchat, stv. Geschäftsleiter von AvenirSocial, in der Begleitgruppe Einsitz nehmen.
Neue Publikation: Ausbildung und Beschäftigung
Bestandesaufnahme und Perspektiven der Sozialen Arbeit in der Schweiz

AvenirSocial legt in einer neuen Publikation eine Bestandesaufnahme der Ausbildungs- und Beschäftigungssituation im Bereich der Sozialen Arbeit in der Schweiz vor. Nebst der Darstellung der beruflichen Ausbildungen und einer Analyse der Beschäftigungssituation zeigt der Berufsverband darin auch Handlungsperspektiven im Hinblick auf eine weitere Professionalisierung der Sozialen Arbeit auf.

Die Analyse der gegenwärtigen Lage und die Entwicklung von Perspektiven gestalten sich aus verschiedenen Gründen recht schwierig. Ein grosser Teil der im Bereich der Sozialen Arbeit Tätigen hat gar keine spezifische Ausbildung auf diesem Gebiet. Ausgebildete Fachpersonen verfügen über Abschlüsse verschiedener Ausbildungsgänge. In der Praxis werden vor diesem Hintergrund die Aufgaben neu verteilt, wobei oft auch finanzielle Überlegungen und gesetzliche Neuregelungen einfliessen. Darüber hinaus ist die Ausbildungs- und Beschäftigungssituation in den verschiedenen Regionen der Schweiz unterschiedlich. Und last, not least ist der Sozialbereich in unzählige und oft kleine Institutionen, Dienste und Vereine zersplittert.

Der Bereich der Sozialen Arbeit ist also schnellen Veränderungen unterworfen, die auf verschiedenen Ebenen stattfinden. Sie beeinflussen die Arbeitsbedingungen, die Professionalität und mithin die Qualität der erbrachten Leistungen.

Die Bestandesaufnahme der Ausbildungs- und Beschäftigungssituation kann kostenlos heruntergeladen werden.
Kampagne „Ohne uns keine Schweiz“
Migrantinnen und Migranten wird oft vorgeworfen, dass sie die Schweizer Sozialwerke missbrauchen würden. Dass sie in gewissen Sozialwerken überdurchschnittlich vertreten sind, bestärkt viele in der Vorstellung, dass Migrantinnen und Migranten „nur“ eine Belastung für den Schweizer Sozialstaat sind. Das Gegenteil ist der Fall:

Migrantinnen und Migranten zahlen mehr in die AHV- und IV-Kasse ein, als sie beziehen: 26,7% der AHV-Beiträge stammen von Migrantinnen und Migranten, beim Bezug von AHV-Leistungen ist ihr Anteil lediglich 17,9%. Nur in 12 % der Fälle beziehen Migrantinnen und Migranten eine Vollrente.

Weil viele Migrantinnen und Migranten erst nach dem 20. Altersjahr in die Schweiz gekommen sind, kommen sie nicht auf die notwendigen vollen Beitragsjahre. Ihre Renten werden deshalb empfindlich gekürzt. Nur ein Viertel der EU-AusländerInnen verbringen ihren Lebensabend in der Schweiz. Sie haben demnach keinen Anspruch auf Ergänzungsleistungen oder Sozialhilfe. Die Rückkehr ins Herkunftsland entlastet aber nicht nur die Kassen der Sozialhilfe und der Ergänzungsleistungen, sondern auch das Schweizer Gesundheitssystem, da ein Drittel der gesamten Gesundheitskosten einer Person auf ihre letzten Lebensjahre entfallen.

Immer wieder wird auch behauptet, Migrantinnen und Migranten würden die Invalidenversicherung (IV) über Gebühr belasten. Das Gegenteil ist der Fall: 26,7% der Beiträge an die IV werden von MigrantInnen bezahlt. Sie beziehen 25,6% der Leistungen und somit weniger als sie bezahlen. Das ist bemerkenswert, denn MigrantInnen sind überdurchschnittlich oft in Branchen tätig, in denen das Risiko, gesundheitliche Schäden zu erleiden, signifikant höher ist.

Migrantinnen und Migranten leisten nicht nur einen unverzichtbaren Beitrag an die Schweizer Wirtschaft, sondern auch an die Schweizer Sozialwerke!

AvenirSocial unterstützt die Kampagne "Ohne uns - keine Schweiz!" der Gewerkschaft Unia.