AvenirSocial - Professionelle Soziale Arbeit Schweiz

SozialAktuell — Die Fachzeitschrift für Soziale Arbeit

Monatsthema:

Armut

Beobachten, analysieren, bekämpfen

Esther Forrer Kasteel, Nina Hatsikas-Schroeder und Lea Widmer

Der gesellschaftliche Wandel sowie die rasanten Entwicklungen, die er mit sich bringt, betreffen auch und insbesondere die Soziale Arbeit. Dies wird nicht nur bei den sich verändernden Beziehungen zu den AdressatInnen deutlich, sondern auch in Praxis und Lehre. Die vorliegende Ausgabe von SozialAktuell legt den Fokus auf die Ausbildung.
Welche Ausbildung möchten und können die Schulen den künftigen Fachkräften der Sozialen Arbeit bieten, damit diese den immer komplexer werdenden Herausforderungen gewachsen sind? Wie soll die Ausbildung in der Sozialen Arbeit ausgestaltet sein, damit die angehenden Fachkräfte der Sozialen Arbeit die dafür notwendigen Selbst- und Sozialkompetenzen wie auch Fach- und Methodenkompetenzen erwerben? Welcher Stellenwert kommt
der Energie und der Passion bei der Bildung einer professionellen Identität zu? Und nicht zuletzt: Was können die AusbildnerInnen dazu beitragen, dass die Studierenden durch ihre eigene Kompetenzentwicklung Professionalität erlangen, ohne auf dem Weg dorthin das Gleichgewicht zu verlieren?
Der Schlüssel zum Erfolg ist auch heute noch die Gleichzeitigkeit von fachlicher Fundierung und Anwendungsorientierung. Sabine Felder zeigt deshalb im einleitenden Überblicksartikel aktuelle Trends in der Fachhochschulausbildung auf. In ihren Beiträgen zur professionellen Identität berichten neben Manuela Käppeli Studierende von sechs verschiedenen Hochschulen von ihren Erfahrungen – sie schildern, auf welche Kompetenzen es dabei ankommt und wie diese erworben werden können. Véronique Eicher, Esther Forrer Kasteel und Jeannine Hess durchdringen die Ausbildung im Dialog und in der Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Praxis. Anna Maria Riedi und Michael Zwilling wiederum gehen in ihrem Artikel der Frage nach dem PhD in Sozialer Arbeit im Kontext der Schweiz nach. Und auch im letzten Beitrag ist noch nicht ausgelernt: Hier beleuchtet Martin Wild-Näf den Aus- und Weiterbildungsmarkt der Sozialen Arbeit in der Schweiz und dessen Potential für die professionelle Weiterentwicklung.
Kolumne: von aussen betrachtet
Simon Chen,
Autor und Kabarettist


Berufliche Neuorientierung

Klient beim Coach




C: Sie möchten sich also neu orientieren.
K: Ja.
C: In welche Richtung denn?
K: Das weiss ich eben nicht.
C: Möchten Sie lieber mit dem Kopf arbeiten oder mit den Händen?
K: Schwierig zu sagen. Beides.
C: Mit Menschen oder mit Maschinen?
K: Mit Menschen ist schwierig, Maschinen sind aber auch nicht so mein Ding.
C: Was machen Sie denn zurzeit beruflich?
K: Ich bin Jurist.
C: Dacht ich mir.
K: Ach ja?
C: Wegen Ihrer Unentschlossenheit. Unentschlossene Menschen studieren Jus, das KV für Maturanden.
K: Wie bitte?
C: Wer sich für keine bestimmte Berufslehre entscheiden kann, macht das KV. Und für die Unentschlossenen mit Maturabschluss gibts Jus.
K: Ich konnte mich damals schwer entscheiden zwischen Jus und …
C: … Wirtschaft, stimmts?
K: Genau. Jetzt arbeite ich seit zehn Jahren in einer Kanzlei. Aber ich kann mir nicht vorstellen, das mein Leben lang zu machen.
C: Ein Leben lang gibts nicht! So wenig wie man heute verheiratet bleibt, bis dass der Tod uns scheide, so wenig bleibt ein Standesbeamter lebenslänglich Standesbeamter. Man lernt zwar, wie es so schön heisst, nicht für die Schule, sondern fürs Leben, aber dieses besteht vor allem aus Umschulungen und Weiterbildungen.
K: Ich fürchte, das steht mir auch bevor.
C: Da gibts gar nichts zu fürchten! Nichts ist so beständig wie der Wechsel.
K: Wenn ich fragen darf, was haben Sie denn gemacht, bevor Sie Coach geworden sind?
C: Tiefbauzeichner, Architekt, Beizer, Grafiker.
K: Und wie kommts, dass Sie jetzt Coach sind?
C: Ich war bei einem.