AvenirSocial - Professionelle Soziale Arbeit Schweiz

AvenirSocial und der VPOD mobilisieren gemeinsam gegen die willkürliche Überwachung von Versicherten

Am 25. November stimmt die Schweizer Stimmbevölkerung über die gesetzliche Grundlage für die Überwachung von Sozialversicherten ab. AvenirSocial und der VPOD vertreten die Interessen der Fachpersonen der Sozialen Arbeit, welche in ihrer Arbeit direkt oder indirekt in Kontakt mit Sozialversicherungen und KlientInnen stehen, die Anspruch auf Leistungen haben. Die beiden Verbände sind höchst besorgt über die neuesten Resultate der Abstimmungsumfragen und kämpfen mit vereinten Kräften für ein NEIN zur willkürlichen Überwachung von Versicherten.

Das Menschenbild der vom Parlament ausgearbeiteten gesetzlichen Grundlage ist eindeutig: Jede und jeder, der oder die Sozialversicherungsleistungen in Anspruch nimmt, wird grundsätzlich verdächtigt, diese Leistungen ungerechtfertigt zu beziehen. Mit dem erarbeiteten Gesetz wird das ganze Volk unter Generalverdacht gestellt. «Als Berufsverband der Fachpersonen der Sozialen Arbeit wehren wir uns gegen diese Vorverurteilung der Sozialversicherungsbezügerinnen und -bezüger!», sagt Simone Gremminger, Präsidentin von AvenirSocial.

Zukünftig können Personen an frei einsehbaren Orten überwacht werden. Damit wird das Recht auf Privatsphäre unterlaufen, welches in Artikel 13 der Bundesverfassung garantiert ist. «Hier geht es um die Grundrechte! Privatsphäre darf es nicht nur für Reiche geben», ergänzt Katharina Prelicz-Huber, VPOD-Präsidentin. Mit der Gesetzesgrundlage wird die Macht der Versicherungen zudem grösser als diejenige der Polizei. Denn Personen mit Direktionsfunktion in einer Versicherung können eine Überwachung durch private Detektive ohne richterliche Genehmigung einleiten. Empörend ist zudem, dass das gleiche Parlament, das hier mit Kanonen auf Spatzen schiesst, nichts gegen die Steuerhinterziehung unternimmt – dort geht es nicht um Millionen, sondern um Milliarden.

Aus diesen Gründen haben AvenirSocial und der VPOD heute eine gemeinsame NEIN-Kampagne aus Sicht der Sozialen Arbeit lanciert. So stellen AvenirSocial und VPOD ein Factsheet mit den wichtigsten Argumenten gegen die Vorlage zur Verfügung, und bis zur Abstimmung werden online Statements von Fachpersonen der Sozialen Arbeit sowie weitere Kampagnenelemente verbreitet.



Weitere Auskünfte:
  • Simone Gremminger, Präsidentin AvenirSocial, 078 746 75 16
  • Annina Grob, Co-Geschäftsleiterin AvenirSocial, 079 785 06 14
  • Katharina Prelicz-Huber, Präsidentin VPOD, 076 391 79 15
  • Christoph Schlatter, Zentralsekretär VPOD Sozialbereich, 079 774 77 62