AvenirSocial - Professionelle Soziale Arbeit Schweiz

Reaktion auf die polemische Diskussion zur Sozialhilfe

AvenirSocial möchte die in den letzten Wochen polemisch geführte Diskussion zu Anreizen in der Sozialhilfe zum Anlass nehmen, Beiträge für eine fachlich und sachlich geführte Diskussion zu geben. Die Expertinnen und Experten im Bereich der wirtschaftlichen und persönlichen Sozialhilfe sind die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter und eben nicht Professoren für politische Ökonomie oder Arbeitsgruppen mit politischem Kalkül. Die Forderung nach Gesetzesänderungen zur Regulierung von Einzelfällen ist eine Politik, die kurzfristig denkt. Wir fordern, dass die Menschen durch die Sozialhilfe gestärkt werden und ein Recht haben, auch in schwierigen Situationen in Würde zu leben. Wir bekämpfen die Armut und nicht die Armutsbetroffenen!

Der gesellschaftliche Wertewandel hat dazu geführt, dass zur Bewertung sozialer Probleme bevorzugt ökonomische Kriterien herangezogen werden. So ist die Rede von Effizienz, Sparen oder Eigenverantwortung - kurz: neoliberale Konzepte wie das New Public Management regieren unsere Gesellschaft. Die Diskussion wird beherrscht durch Fragen rund um die „zumutbaren“ Kosten. Gesellschaftlich relevante Werte wie soziale Gerechtigkeit, Solidarität, Chancengleichheit, soziale Sicherheit oder Verhältnismässigkeit und deren Konkretisierung werden kaum diskutiert. Beginnen wir noch heute diese Diskussion zu führen!

Der differenzierte Artikel im Beobachter zeigt auf, dass dort wo investiert wird und mehr Sozialarbeitende angestellt werden, im Endeffekt auch gespart werden kann. AvenirSocial wurde zur Erstellung des Beitrages kontaktiert und wir werden zitiert.

Das kritische Referat "Aktivierende Sozialpolitik – Notwendiger Unsinn?!" von AvenirSocial - gehalten anlässlich der Mitgliederversammlung der SKOS - ist ein Beitrag für eine Sozialhilfe, die ihren Namen auch verdient!

Der Leserbrief ist eine Reaktion auf den Artikel im Bund vom 21. Juni 2018 zur Sozialhilfe: Die Kosten steigen, und die Sozialbehörden sind überlastet. Das System ist professioneller geworden, aber auch weniger menschlich.