AvenirSocial - Professionelle Soziale Arbeit Schweiz

Kanton Baselland: Wir sind empört und werden die Sozialhilfekürzungen bekämpfen

AvenirSocial ist über den Entscheid des Landrats Baselland zur generellen Kürzung des Grundbedarfs der Sozialhilfe um 30% empört! Für uns ist klar, dass Sozialhilfekürzungen der Gesellschaft langfristig teuer zu stehen kommen. AvenirSocial wandte sich vorgängig der Abstimmung erfolglos mit einem Brief an alle Landräte und Landrätinnen. Entgegen der Empfehlung des Regierungsrates zur Ablehnung der Motion 2017/612, hat das Parlament mit 42 zu 41 die Motion an die Regierung überwiesen. Die Regierung muss nun eine Änderung des Sozialhilfegesetzes ausarbeiten und dem Parlament vorlegen. AvenirSocial wird mit allen Mitteln diesen Entscheid bekämpfen.

Die generelle Reduzierung des Grundbedarfs auf die Höhe des Existenzminimums - gemäss Regierungsrat liegt dieser bei CHF 300.00 - mit dem Argument, damit die Motivation von Sozialhilfebeziehenden zu steigern, wiederspricht jeglicher Fachexpertise. Sozialhilfekürzungen sind als Druckmittel nachweislich wirkungslos und sowohl methodisch als auch empirisch nicht zielführend. Die Sozialhilfe bildet das unterste Netz der sozialen Sicherheit und verhindert, dass Personen von der Teilnahme und Teilhabe an der Gesellschaft ausgeschlossen werden und sie trägt wesentlich dazu bei, den sozialen Frieden zu sichern. Auch wenn es die knappe Ratsmehrheit nicht glauben will: die Armut lässt sich nicht wegsparen!