AvenirSocial - Professionelle Soziale Arbeit Schweiz

AvenirSocial zum nationalen Aktionsplan gegen die Radikalisierung

Welche Rolle sollen Sozialarbeitende bei der Bekämpfung von Radikalisierung und gewalttätigem Extremismus übernehmen? Diesen und weiteren Fragen widmet sich der Nationale Aktionsplan zur Verhinderung und Bekämpfung von Radikalisierung und gewalttätigem Extremismus, den Bund, Kantone und Gemeinden im Dezember 2017 veröffentlicht haben. Der Bundesrat hat beschlossen, ihn für fünf Jahre mit 5 Millionen Franken zu finanzieren, um Projekte zu unterstützen, die von den Kantonen, den Gemeinden oder von der Zivilgesellschaft initiiert werden.
AvenirSocial hat von diesem Dokument Kenntnis genommen und seine Fachkommission Sozialpolitik konsultiert. Mehrere Kritikpunkte wurden festgehalten: Bemängelt wurde insbesondere, dass sich der Plan nicht mit den wichtigsten Risikofaktoren für Radikalisierung und gewalttätigen Extremismus - namentlich prekäre wirtschaftliche und soziale Verhältnisse sowie gesellschaftliche Ausgrenzung - befasst. Vor dem Hintergrund der erfolgten oder geplanten Budgetkürzungen in vielen Kantonen stellt sich zudem die Frage nach den Ressourcen, die der Sozialen Arbeit für die Erfüllung der verschiedenen Aufgaben zugeteilt werden sollten. Mit Interesse hat AvenirSocial hingegen zur Kenntnis genommen, dass der Plan Massnahmen gegen die Diskriminierung und für den Datenschutz enthält. Diese beiden Aspekte sind für die SozialarbeiterInnen bei der Ausübung ihres Berufs von zentraler Bedeutung und gehören zu den im Berufskodex der Sozialen Arbeit vorgesehenen Verpflichtungen.
Anfang Januar haben sich der Sicherheitsverbund Schweiz und AvenirSocial getroffen, um über die Herausforderungen für die Soziale Arbeit zu diskutieren. AvenirSocial wird dieses Dossier weiterhin aufmerksam verfolgen.