AvenirSocial - Professionelle Soziale Arbeit Schweiz

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Auch in der Sozialen Arbeit soll gelten, was anderswo längst normal ist: AvenirSocial lanciert eine nationale Kampagne zur Ausbildung in Sozialer Arbeit

In der Schweiz verfügt nur die Hälfte der Personen, die in der Sozialen Arbeit tätig sind, über eine entsprechende Ausbildung. Jede Person kann als Sozialarbeiter oder als Sozialpädagogin bezeichnet werden, ohne jemals eine entsprechende Ausbildung absolviert zu haben. AvenirSocial, der nationale Verband der Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, lanciert heute eine nationale Kampagne, um auf diese Situation aufmerksam zu machen und sie zu verbessern.

Können Sie sich vorstellen, von einer Pflegefachfrau gepflegt zu werden, die über keine Ausbildung im Pflegebereich verfügt? Würden Sie Ihr Kind einem Lehrer anvertrauen, der kein pädagogisches Studium absolviert hat? Mit Sicherheit nicht. Im sozialen Bereich kommt diese Situation jedoch häufiger vor. Zahlreiche neuere Studien zeigen, dass von den mehr als 100'000 Personen, die heute als Sozialarbeiterinnen oder Sozialarbeiter angestellt sind (sämtliche Bereiche und Bezeichnungen), beinahe jede zweite keine Ausbildung in Sozialer Arbeit absolviert hat. Die Berufe der Sozialen Arbeit werden auf nationaler Ebene von keiner Gesetzgebung geschützt. Diese Situation ist im Vergleich mit den verwandten Berufen und im Vergleich mit unseren Nachbarländern einmalig. Die Auswirkungen in Bezug auf die Qualität und die Effizienz sind schwerwiegend: Die Soziale Arbeit tangiert tausende von Personen und Familien in schwierigen Lebenssituationen, die insbesondere von Gesundheitsproblemen, Handicaps und Armut betroffen sind.

Mangel an qualifizierten Fachkräften

In der Schweiz mangelt es nicht an Ausbildungen in Sozialer Arbeit – vom eidgenössischen Fähigkeitszeugnis über den Master einer Fachhochschule bis hin zu einer Lehre (EFZ), einem Diplom einer höheren Fachschule oder einem Bachelor –, die es erlauben, solide Fachkompetenzen zu entwickeln. Der Bedarf im sozialen Bereich nimmt stetig zu. Es ist folglich im Interesse aller, dass unverzüglich Massnahmen ergriffen werden, um diesem Mangel an qualifizierten Fachkräften entgegenzuwirken.

Die Kampagne von AvenirSocial

Aus diesem Grund lanciert AvenirSocial eine nationale Kampagne. Sie soll die Verantwortlichen im sozialen Bereich (politische Verantwortliche, Arbeitgeber, Ausbildungseinrichtungen usw.) auf die Folgen dieser Situation sensibilisieren und Verbesserungen vorschlagen. Die Zahl der Diplomierten in Sozialer Arbeit erhöhen, die berufsbegleitende Ausbildung und Passerellen fördern, ausgebildetes Personal anstellen und Vorschriften in Bezug auf die Ausbildungsanforderungen entwickeln: Diese Massnahmen gilt es ab sofort umzusetzen.
Dazu veröffentlicht AvenirSocial ein Grundlagendokument. Es analysiert die aktuelle Lage in diesem wichtigen Wirtschaftssektor und liefert sämtliche Informationen im Zusammenhang mit der Problematik. Zum Start der Kampagne lanciert AvenirSocial einen Appell, der von rund zwanzig Persönlichkeiten und Organisationen von ArbeitgeberInnen, ArbeitnehmerInnen, BerufsbildnerInnen und KlientInnen der Sozialen Arbeit unterstützt wird. Dieser Appell kann ab heute online auf www.sozial-ausgebildet.ch unterzeichnet werden.