AvenirSocial - Professionelle Soziale Arbeit Schweiz

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Private Unternehmen in der Flüchtlingsbetreuung

Die Firma ORS Service AG hat sich auf die Betreuung und Unterbringung von Asylsuchenden und Flüchtlingen spezialisiert. Sie machte in den letzen Wochen Schlagzeilen in den Medien und die NZZ am Sonntag spricht von einem "Geschäft mit den Flüchtlingen". Die ORS Service AG steigert jährlich ihre Gewinne. Rechenschaft legt sie dazu keine ab, obwohl sie für die Betreuung der Flüchtlinge Steuergelder erhält.

AvenirSocial ist besorgt über diese Entwicklungen und unterstützt die Interpellation von Balthasar Glättli, der vom Bundesrat antworten auf kritische Fragen zur Asylbetreuung der ORS fordert.

Die gewinnorientierte Firma ORS Service AG leitet nach eigenen Angaben derzeit 13 Zentren des Bundes, über 35 Wohnheime, Durchgangszentren und Nothilfestrukturen in den Kantonen und rund 450 Wohnungen auf Gemeindeebene. Sie betreut dabei mit 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über 6000 Asylsuchende, so viel wie keine andere Organisation oder Firma in der Schweiz. Mit der Übernahme der Konkurrenzfirma ABS Betreuungsservice AG baute die ORS im Jahr 2014 ihre Vorherrschaft im Bereich der Asylbetreuung in der Schweiz weiter aus.

Viele Berufsleute der Sozialen Arbeit sind in Kontakt mit Asylsuchenden, Menschen mit Flüchtlingsstatus, vorläufig Aufgenommenen oder Abgewiesenen, sei dies nun beim Empfang, bei der Betreuung oder bei der sozialen und beruflichen Integration. Private Unternehmen in der Flüchtlingsbetreuung arbeiten oft nicht nach professionellen Standards und verwehren somit den Menschen eine würdevolle und fachliche gestützte Betreuung. Deshalb unterstützte AvenirSocial das erarbeitete Positionspapier zur Sozialen Arbeit mit Geflüchteten in Gemeinschaftsunterkünften.