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Kolumne: von aussen betrachtet (Betriebliche Sozialarbeit)

Kolumne von Simon Chen

Simon Chen


ist Verbalarbeiter mit Auftrittskompetenz.
Ich bin nicht vom Fach...
...deswegen war es mir neu, dass auch in Betrieben, in Firmen und Institutionen Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter wirken. Weshalb auch nicht? Wenn es im privaten Bereich und an Schulen Sozialarbeit gibt, warum nicht auch im Job? Schliesslich lernt man fürs Leben, nicht für die Schule ... Die Betriebliche Sozial- arbeit bringt aber nicht nur für die Mitarbeitenden einen persönlichen Nutzen, sondern vor allem für das Unternehmen; denn wenns den Angestellten gut geht, gehts auch der Firma gut, Betriebliche Sozialarbeit ist also bestens investiertes Geld. Ich frage mich: Gibt es auch in einer Institution wie einer Fachschule für Soziale Arbeit Sozialarbeiter? Betriebliche Sozialarbeiter, die sich um interne Belange kümmern? So von aussen betrachtet könnte ich mir jedenfalls vorstellen, dass es auch unter Fachleuten der Sozialen Arbeit soziale Konflikte am Arbeitsplatz gibt; Mobbing, sexuelle Belästigung oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, deren Work-Life- Balance aus dem Gleichgewicht gekommen ist. Wäre doch ideal, wenn so eine Stelle von einer Sozialarbeiterin oder einem Sozialarbeiter besetzt wird, welcher das Institut bestens kennt, weil er dort ausgebildet wurde. Ist doch schön, wenn du mit deinem ehemaligen Dozenten nicht mehr deine Diplomarbeit besprechen musst, sondern seine familiären Probleme anschauen kannst. Ist doch spannend, wenn du Frau Brunschwig vom Sekretariat, die schon während deines Studiums immer so traurig in die Welt geschaut hat, mal von Amtes wegen fragen darfst, wie es ihr denn gehe. Wenn die Studentin der Sozialen Arbeit, die mit sich und ihrem Berufsziel hadert, zur Klientin des Be- trieblichen Sozialarbeiters ihrer Fachschule für Soziale Arbeit wird, dann ist das weder ein Widerspruch noch irgendein tautologischer Pleonasmus, sondern nicht weniger als an- gewandte Sozialarbeit, da, wo sie entsteht! Von Sozialarbeitern für Sozialarbeiter sozu- sagen. Schliesslich geht ein Coiffeur ja auch zum Coif- feur und ein Arzt zum Arzt, oder etwa nicht?