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Leserbrief Voranschlag 2016: Stadt Luzern

Sozialdirektor Martin Merki liess am 20. Januar in einem Interview in der Luzerner Zeitung verlauten, dass das Budget der Quartierarbeit (QA) um gut 14% gekürzt werden soll. Richtig ist aber, dass eine Kürzung des Budgets um 180'000 CHF und damit um 20% geplant ist. Dieser Abbau soll nicht zwingend an der Front passieren, sondern bei der Führungs- und Facharbeit im Hintergrund. Herr Merki, wie stellen Sie sich das vor? In einer Gesellschaft, die hinsichtlich Lebensformen und Kulturen immer diverser wird? Für eine professionelle und reflektierte Haltung im Alltag der QA braucht es genau diese fachliche Unterstützung von oben. Die QA ist für viele Menschen im Quartier eine wichtige Anlaufstelle. Sie bietet Kindern Unterstützung bei der Umsetzung von eigenen Ideen, hilft ihnen die notwendigen Kontakte zu knüpfen und stellt ihnen Raum zur Verfügung. Die QA ist aber auch bestens vernetzt und hilft dadurch vielen Vereinen und Institutionen bei kleinen und grossen Projekten. Herr Merki, wie stellen Sie sich diesen Ressourcenabbau vor, ohne, dass die Qualität der QA darunter leiden soll? Die Quartierarbeiter/innen laufen mit den jetzigen Ressourcen bereits am Limit. Mit noch weniger Stellenprozente wird die Arbeit erschwert.

Weitere Leidtragende sind die Kinder. In einer Zeit wo „man“ sich gerne darüber beklagt, dass Kinder am liebsten zu Hause faul herumsitzen wollen Sie ausgerechnet an jenen Orten Geld sparen, die das motivierte Engagement von Kindern fördern und ermöglichen? Herr Merki, diese Sparmassnahme ist äussert kurzsichtig und bestraft Menschen in unserer Gesellschaft, die absolut nichts für die knappe finanzielle Situation können: Unsere Kinder.

(zugesendet 24.1.2016 an Neue Luzerner Zeitung von einem Mitglied von AvenirSocial Sektion Zentralschweiz)