AvenirSocial - Professionelle Soziale Arbeit Schweiz

Der Sozialstaat – Finanzierung und Privatisierung

Die Entwicklungen der letzten Wochen geben Anlass zur Sorge. Beispielsweise konnte zwischen dem Kanton Luzern und Caritas betreffend der Betreuung der anerkannten Flüchtlinge ab 2017 keine Einigung erzielt werden. Dieselbe Ausgangslage stellt sich ab 2017 auch im Kanton Obwalden und im Kanton Glarus wird die Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Roten Kreuz im Bereich der Flüchtlingshilfe ab 2017 beendet. Diese Auseinandersetzungen um die Aufgaben des Sozialstaats sind gleichzusetzen mit dem Kampf um dessen Finanzierung.

Andererseits gehört es mittlerweile zur Pflicht der öffentlichen Hand einzelne Arbeitsfelder der Sozialen Arbeit – von der Familienbegleitung bis zur Arbeitsintegration – zu «outsourcen»; von der Privatisierung verspricht man sich insbesondere Spareffekte. Der gesellschaftliche Wertewandel seit den 80er Jahren hat u.a. dazu geführt, dass zur Bewertung sozialer Probleme bzw. zwischenmenschlicher Konflikte bevorzugt ökonomische Kriterien herangezogen werden (Effizienz, Sparen, Eigenverantwortung). Ökonomische Kriterien dominieren, die Diskussion wird beherrscht durch Fragen rund um die «zumutbaren» Kosten. Statistische Daten um die Zahl der Unterstützten, um die Gründe der Sozialhilfe-Unterstützung, die differenzierte Darstellung der Anspruchsgruppen u.a. werden kaum dargestellt. Gesellschaftlich relevante Werte wie soziale Gerechtigkeit, Solidarität, Chancengleichheit, soziale Sicherheit oder Verhältnismässigkeit und deren Konkretisierung werden selten diskutiert.

AvenirSocial wird sich den Fragen der Finanzierung und Privatisierung im Sozialbereich annehmen und ist an der Erarbeitung einer entsprechenden Positionierung.