AvenirSocial - Professionelle Soziale Arbeit Schweiz

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Missbrauchsfall im Kanton Bern: AvenirSocial nimmt Stellung

AvenirSocial - Soziale Arbeit Schweiz - ist zutiefst bestürzt über den am 12. März publik gewordenen Fall von sexuellem Missbrauch durch einen Schulsozialarbeiter. Der Verband engagiert sich für eine hohe Professionalität der Sozialen Arbeit und setzt sich für die Einführung eines auf Bundesebene geregelten Berufsregisters ein. Die Schulgemeinden sind aufgefordert, ihre Präventionsmassnahmen weiter zu verstärken. AvenirSocial hat die 2011 veröffentlichte Charta zur Prävention von sexueller Ausbeutung, Missbrauch und anderen Grenzverletzungen miterarbeitet.

Vergangene Woche wurde bekannt, dass die Kantonspolizei Bern Ermittlungen gegen einen Schulsozialarbeiter wegen zahlreichen sexuellen Übergriffen abgeschlossen hat. Insgesamt wurden 20 Kinder und Jugendliche als Opfer ausfindig gemacht. AvenirSocial - Soziale Arbeit Schweiz - ist zutiefst bestürzt.

Das gemeinsame Anliegen muss eine Verhinderung zukünftiger Übergriffe sein. Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter verpflichten sich zu einer Null-Toleranz-Politik. AvenirSocial verweist in diesem Zusammenhang auf die Charta zur Prävention von sexueller Ausbeutung, Missbrauch und anderen Grenzverletzungen (www.charta-praevention.ch), die zwar spezifisch für Menschen mit Behinderungen ausgearbeitet wurde, jedoch auch für andere Arbeitsfelder als Grundlage dienen kann. AvenirSocial vertritt die Prinzipien dieser Charta und legt besonderen Wert auf die Prävention. Ein verantwortungsvolles und wirksames Engagement seitens der Institutionen ist dabei unabdingbar. AvenirSocial unterstützt die in der Charta festgeschriebene Verpflichtung der unterzeichnenden Organisationen, niederschwellige Meldestellen einzurichten.

Das Tätigkeitsfeld der Sozialen Arbeit erfordert hohe persönliche Kompetenzen und ein ausgewiesenes Verantwortungsbewusstsein. Die Qualität der pädagogischen Arbeit hängt nicht nur von den notwendigen finanziellen Mitteln, sondern auch vom Ausbildungsstandard der Sozialen Arbeit ab. Sozialarbeitende müssen hohe Qualifikationen mitbringen, damit sie den komplexen Problematiken in der täglichen Betreuungsarbeit gerecht werden können. Der Berufskodex von AvenirSocial verpflichtet Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter zur kollegialen Kontrolle und zur Einhaltung von Mindeststandards. AvenirSocial setzt sich zudem für die Einführung eines auf Bundesebene geregelten Berufsregisters ein.

Den Schulgemeinden, den Verbänden, Institutionen und Organisationen wird empfohlen, die Präventionsmassnahmen zu verstärken. Bei der Personalauswahl ist gründlich und achtsam vorzugehen. Zudem braucht es nebst regelmässiger Weiterbildungen zum Thema der sexuellen Ausbeutung und anderer Grenzverletzungen eine Kultur des aufmerksamen Hinschauens und der Transparenz aller im schulischen Umfeld interdisziplinär arbeitenden Personen. Insbesondere ist der Förderung der körperlichen Selbstbestimmung der Kinder und Jugendlichen verstärkt Beachtung zu schenken.

Kontaktperson: Stéphane Beuchat