AvenirSocial - Professionelle Soziale Arbeit Schweiz

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Betriebliche Sozialarbeit als Beitrag zur Prävention von Gewalt

Als niederschwellig zugängliche Anlaufstellen können betriebliche Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter Angestellten bei Problemen Rat und Unterstützung bieten. AvenirSocial – Soziale Arbeit Schweiz möchte möglichst viele Arbeitgeber auf diese Möglichkeit aufmerksam machen.

Schreckliche Ereignisse wie der Amoklauf in einem Holzverarbeitungsunternehmen in Menznau LU Ende Februar erschüttern uns zutiefst und hinterlassen uns fassungslos. Als Vertreterinnen und Vertreter der Sozialen Arbeit sehen wir uns daneben aber auch vor professionelle Fragen gestellt: Wie kann solchen Dramen vorgebeugt werden, und welchen Beitrag kann die Soziale Arbeit hier leisten?
Die Hintergründe der Tat liegen noch im Dunkeln. Dennoch überprüfen dieser Tage viele Firmen in der Schweiz ihre internen Strukturen: Welche Möglichkeiten der Krisenprävention bieten sich an? Wissen die Angestellten, an wen sie sich in schweren Zeiten wenden können? Gibt es eine neutrale Anlaufstelle für Mitarbeitende in Bedrängnis?
Grosse Arbeitgeber – die SBB, die Post, die Bundesverwaltung, Coop, Alstom, Swisscom, ABB und andere mehr – haben in ihren Betrieben interne betriebliche Sozialberatungen eingerichtet. Mittlere und kleinere Firmen kaufen die Dienstleistung bei externen Fachleuten der betrieblichen Sozialberatung ein und stellen das Angebot ihren Mitarbeitenden kostenlos zur Verfügung.
Das systematische Bekanntmachen dieser sozialarbeiterischen Dienstleistung in der Firma lässt Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Vertrauen schöpfen. Aus Erfahrung wissen wir, dass dadurch jährlich fünf bis zehn Prozent aller Angestellten aus eigenem Antrieb die betriebliche Sozialberatung in Anspruch nehmen und dort Rat und Unterstützung finden. Die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter beraten bei familiären, persönlichen, finanziellen und rechtlichen Problemen sowie bei Schwierigkeiten am Arbeitsplatz, und sie bearbeiten Emotionen wie Verletzung, Angst, Ohnmacht und Wut. Sie leiten in Absprache mit den Betroffenen konkrete Handlungsschritte ein und vermitteln bei Bedarf ärztliche und psychologische Hilfe. Diplomierte Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter arbeiten professionell, unabhängig und unterstehen der beruflichen Schweigepflicht.

Kontaktperson AvenirSocial: Olivier Grand, 031 380 83 08,

Weitere Informationen zu betrieblicher Sozialarbeit:
AvenirSocial: Leitbild Betriebliche Sozialarbeit

Literaturhinweis:
Praxishandbuch betriebliche Sozialarbeit. Prävention und Interventionen in modernen Unternehmen. Susanne Klein, Hans-Jürgen Appelt (Hg.). 2010, 3. Auflage 2013.