AvenirSocial - Professionelle Soziale Arbeit Schweiz

SozialAktuell November: Wohnen

Heutzutage sind wir alle angehalten, unsere Kompetenzen ständig weiter zu entwickeln. Wir möchten Sie deshalb einladen, sich mit einigen zentralen Fragen bezüglich Kompetenzen und Lebenspraxis auseinanderzusetzen: Wie ist Ihr Kontakt zur Nachbarschaft? Stellen Sie den Müll zur richtigen Zeit auf die Strasse (vor allem nicht zu früh)? Bezahlen Sie die Miete regelmässig und rechtzeitig? Haben Sie den Rasen gemäht?
Gewohnt, uns mit Selbst- und Kommunikationskompetenzen, zu beschäftigen, nehmen wir vielleicht die Frage nach Rasenmäher und Kehrichtmarken nicht so ernst. Über Wohnen redet man nicht, das tut man einfach. Wer aber auf der Suche nach bezahlbarem Wohnraum in guter Gegend ist oder unter Strassenlärm oder aufdringlichen Nachbarn leidet, sieht das schnell einmal nicht mehr so salopp. Da wird Wohnen zum Thema.
Für einen Grossteil unserer KlientInnen dreht sich sehr viel, manchmal fast alles, um das Wohnen. Sie wohnen an einem Wohnort namens Wohnheim oder betreutes Wohnen, andere werden unsere KlientInnen, weil sie nicht mehr bei ihren Eltern wohnen können oder weil sie fern von hier Wohnung und alles hinter sich lassen mussten. Andere MitbürgerInnen haben das Wohnen in langen Jahren der Haft verlernt oder werden „Wohnungslose“ genannt – fast eine Garantie, einmal mit VertreterInnen der Sozialen Arbeit in Berührung zu kommen.
Es ist deutlich: Ein „Wohnheft“ - das erste, seit es SozialAktuell gibt - macht Sinn. Die Texte ermöglichen einen Einblick in Fragen und Probleme, die sich zum Thema Wohnen stellen: für die Direktbetroffenen, für die unmittelbar Begleitenden und aus grösserer Distanz. Darüber hinaus geben sie uns Hinweise auf bereits erprobte und auf kommende Lösungen.
Martin Waser, der Vorsteher des Zürcher Sozialdepartementes, und Christoph Mattes erörtern das Thema aus einer gesamtgesellschaftlichen bzw. politischen Perspektive. Ulrich Otto und Silvia Beck bringen uns in ihrem Text den Ansatz des generationenübergreifenden Wohnens näher. Mehrere Beiträge befassen sich mit zwei wesentlichen Fragen zum stationären Wohnen, nämlich der Lebensqualität von KlientInnen und den Arbeitsbedingungen der MitarbeiterInnen. Diese Beiträge werden durch eine Reportage von Simone Moser aus der Notschlafstelle in Thun ergänzt. Schliesslich seien auch der Text von Jeanine Wirz von der Asylorganisation Zürich und das Interview mit Annalis Dürr von der Stiftung Domicil erwähnt: sie erlauben einen Einblick in den alltäglichen „Nahkampf“ rund um das Wohnen.

Aktuell

  • Kurzmeldungen

    (Livia Egli)

    Download nur für Mitglieder und Abonnenten

  • Der Weg in die absolute Erschöpfung - Druck, Stress und Burnout unter Sozalarbeitenden

    (Livia Egli)

    Stress am Arbeitsplatz hat in den letzten Jahren in der Sozialen Arbeit zugenommen. Immer mehr Sozialarbeitende sind überlastet und fühlen sich verbraucht. Im schlimmsten Fall können solche Stresssituationen in einem Burnout enden. Welches die Hauptursachen sind und wo man ansetzen könnte um eine Verbesserung der Situation herbeizuführen, daran scheiden sich die Geister. Tatsache ist, dass die Arbeitswelt in den letzten Jahren massiven Umstrukturierungen ausgesetzt war, die auch vor der Sozialen Arbeit nicht halt machten.

    Download nur für Mitglieder und Abonnenten


Schwerpunkt

  • Die soziale und kulturelle Dimension des Wohnens

    (Stephanie Weiss und Christoph Mattes)

    Wohnen ist existenziell, ein menschliches Grundbedürfnis, eine historische Errungenschaft zur Sesshaftigkeit und eine gelebte Alltagspraxis: Wie und wo wir wohnen, ist zutiefst sozial und kulturell geprägt und bestimmt gleichzeitig unsere Lebenswelt und unsere Handlungsmöglichkeiten. Im Wohnen spiegeln sich soziale Realität und vielfältige Lebensstile ebenso wie Formen sozialer Ungleichheit und Benachteiligung. Als Querschnittsthema zu vielen Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit soll ein perspektivischer Ausblick zu neuen, sozialen Kompetenzen in der Planung und Realisierung von Wohnsiedlungen und in der Quartiersentwicklung unternommen werden.

    Download nur für Mitglieder und Abonnenten

  • Gemeinschaftliches Wohnen in einer bewusst gestalteten Nachbarschaft

    (Sylvia Beck und Ulrich Otto)

    Thematisiert man Wohnen als soziale Frage, so öffnet dies die Augen in erster Linie für die Aspekte des bedarfsgerechten und des für alle bezahlbaren Wohnens. In diesem Beitrag wollen wir das „Soziale“ aber anders fokussieren, nämlich als Art und Weise des bewusst gestalteten Zusammenlebens und -wohnens in der Gesellschaft. Mit einem solchen Fokus lassen sich derzeit in der Schweiz – zusätzlich zu den Bemühungen um einen gemeinnützigen Wohnungsbau – einige spannende Entwicklungsströmungen wahrnehmen: Neue Formen des Gemeinschaftlichen Wohnens in Haus- und Siedlungsgemeinschaften, Wohnprojekte und Mehrgenerationenhäuser werden zu unverzichtbaren Facetten in der Diskussion rund um „Soziales Wohnen“.

    Download nur für Mitglieder und Abonnenten

  • Die Bemühungen um kostengünstigen Wohnraum und Wohnintegration

    (Martin Waser)

    Gemeinnütziger Wohnungsbau, Wohnintegrationsangebote und Delogierungsprävention nützen nicht nur denen, die eine günstige Wohnung oder sozialarbeiterische Betreuung erhalten: Solche Massnahmen sind Grundlage für das Gedeihen von Stadtleben und Wirtschaft.

    Download nur für Mitglieder und Abonnenten

  • Ein Gespräch mit Annalis Dürr, Stiftung Domicil

    (Robert Löpfe)

    Die Stiftung Domicil beschafft und vermittelt Wohnraum für Menschen, die wenig Chancen auf dem Wohnungsmarkt haben. Geschäftsleiterin Annalis Dürr hält deshalb stetig Ausschau nach bezahlbarem Wohnraum für untere Einkommensschichten und freut sich, wenn das Zusammenleben in interkulturellen Nachbarschaften gut funktioniert. Im Gespräch mit SozialAktuell gibt sie Einblick in eine anspruchsvolle Tätigkeit in einem zunehmend schwierigen Umfeld.

    Download nur für Mitglieder und Abonnenten

  • Asylbereich: Integration beginnt in den eigenen vier Wänden

    (Jeanine Wirz)

    Wohnen stellt für die AOZ, Fachorganisation für Integration und Migration der Stadt Zürich, ein zentrales Thema dar. Der Wohnungsmarkt in der Stadt Zürich ist so sehr ausgetrocknet, dass viele Menschen aus dem Asylbereich in prekä-ren Wohnverhältnissen leben und auf fachliche Begleitung und Unterstützung angewiesen sind. Eine Beruhigung der Situation ist nicht in Sichtweite. Mit der Schaffung des Fachbereichs Wohnen stellt sich die AOZ diesen Problemen.

    Download nur für Mitglieder und Abonnenten

  • Eine Nacht in der Notschlafstelle Thun

    (Simone Moser)

    Menschen ohne festen Wohnsitz haben an verschiedenen Orten die Möglichkeit, Nächte zu verbringen. Eine davon ist die Notschlafstelle in Thun. SozialAktuell schildert die Erkenntnisse einer Nacht vor Ort.

    Download nur für Mitglieder und Abonnenten

  • Die Qualität des Wohnens - zur Unterbringungspraxis geistig behinderter Menschen

    (Alexandra Rohrer)

    Erwachsene Menschen mit einer geistigen Behinderung haben wegen der Angebotsstruktur der Behindertenhilfe kaum Möglichkeiten, ihre Wohnform selbst zu bestimmen. Der Auszug aus dem Elternhaus bedeutet in den meisten Fällen den Einzug in eine Behinderteneinrichtung. Weil Wohnqualität nicht nur durch objektive Lebensbedingungen, sondern vor allem durch die Zufriedenheit Einzelner bestimmt wird, sind Akteure der Behindertenhilfe gefordert, die gängige Unterbringungspraxis kritisch zu überdenken. Das Konzept des Empowerments bietet dafür eine geeignete Grundlage.

    Download nur für Mitglieder und Abonnenten

  • Interview: Resultate einer Stresserhebung in der sozialpädagogischen Betreuung

    (Ursula Binggeli)

    Stress ist ein Ungleichgewicht zwischen Anforderungen und Handlungsmöglichkeiten. In welchem Umfang tritt er in der sozialpädagogischen Betreuung von Erwachsenen mit schwerer geistiger Behinderung auf? Dieser Frage ging die Sozialpädagogin Daniela Felber im Rahmen ihrer Master Thesis an der Hochschule für Angewandte Psychologie der FHNW nach. Die Resultate der in der Deutschschweiz durchgeführten Erhebung zeigen: Der Gesundheitsschutz der in der Betreuung tätigen Mitarbeitenden muss dringend verbessert werden.

    Download nur für Mitglieder und Abonnenten

  • Kritische Gedanken zur Rolle der Sozialen Arbeit im stationären Bereich

    (Robert Löpfe)

    Download nur für Mitglieder und Abonnenten

  • Weblinks zum Schwerpunktthema

    Zusammengestellt durch die Geschäftsstelle von sozialinfo.ch unter sozialinfo.ch/sozialaktuell


Porträt

  • In der Ausbildung zur Fachperson Betreuung: Minnaluna Savdo

    (Andrea Früh)

    Soeben hat Minnaluna Savdo das erste Jahr der dreijährigen Ausbildung zur Fachperson Betreuung (FaBe) im Behindertenbereich erfolgreich abgeschlossen. Die Ausbildung wäre noch immer ihre erste Wahl. Sie betreut in der RGZ Stiftung Zürich Menschen unterschiedlichen Alters mit cerebralen Bewegungsstörungen. Diese Arbeit verlangt viel Einfühlungsvermögen für individuelle Lernprozesse und Aufmerksamkeit für die ganz kleinen Erfolgsschritte.

    Download nur für Mitglieder und Abonnenten


Plattform

  • IV-Revision 6b: schmerzhaft und unnötig

    (Marie-Thérèse Weber-Gobet)

    Schlag auf Schlag folgen sich seit 2004 die Revisionen der Invalidenversicherung (IV) mit dem Ziel, diese finanziell zu sanieren. Die Massnahmen verfolgen zwei Stossrichtungen: zum einen die stärkere Betonung der beruflichen Wiedereingliederung und zum anderen Leistungskürzungen für die betroffenen Menschen. Dabei haben Behinderte insbesondere durch die Abschaffung der Ehegattenrente und den Verzicht auf den Karrierezuschlag bereits über 700 Millionen Franken pro Jahr an die Sanierung der IV bezahlt.

    Download nur für Mitglieder und Abonnenten


Kiosk


AvenirSocial

  • Nein zur Besteuerung der Sozialhilfe

    (Stéphane Beuchat)

    AvenirSocial spricht sich gegen eine Besteuerung der Sozialhilfe aus. Ein Positionspapier von AvenirSocial zeigt auf, dass insbesondere zuerst national einheitliche Grundvoraussetzungen geschaffen werden sollen, um Grundsätze der Steuergerechtigkeit und der Rechtsgleichheit einzuhalten. Niedrige Einkommensklassen sollen dabei grundsätzlich entlastet und Schwelleneffekte beseitigt werden.

    Download nur für Mitglieder und Abonnenten


Bildung und Stellen