AvenirSocial - Professionelle Soziale Arbeit Schweiz

Neue Kolumne: Die Nähe von Hilfe und Zwang in der Sozialen Arbeit

Von: Marie-Luise Conen

Ausgangslage ist immer die Tatsache, dass Institutionen der sozialen Kontrolle, die vom Staat beauftragt sind, im Verhalten der Klienten ein Problem sehen. Von Klienten eine Problemeinsicht zu erwarten, erweist sich als wenig hilfreich. Aufgabe der Fachkräfte ist es, mit den Klienten an Veränderungen in ihrem Verhalten zu arbeiten. Dabei ist es von Bedeutung, dass sie das ablehnende Verhalten der Klienten nicht als persönlich betrachten, sondern sehen, dass dieses Ausdruck ihrer gegenwärtigen Situation ist und ein Interessenskonflikt zwischen Klienten und Fachkräften besteht. Für die Gestaltung der Arbeit ist es entscheidend, inwieweit die Fachkräfte davon absehen können, nicht bereits zu Beginn die Einhaltung von Bedingungen zu fordern, sondern deren Erfüllung als Teil des Ergebnisses zu sehen. Ausschlaggebend ist, dass die Fachkräfte Hoffnung auf positive Veränderungen entfachen können.