Der neue zwischen dem Kanton und dem Frauenhaus Graubünden bis ins Jahr 2015 vereinbarte Leistungsvertrag sieht markant tiefere Tarife für die Beherbergung von Frauen und Kindern vor. Ziel ist eine höhere Auslastung.
Honegger Droll ihrerseits ist zufrieden mit der neu festgelegten Pauschale. «Das verschafft uns Kontinuität und die Möglichkeit, uns auf unsere Kernaufgaben zu konzentrieren», sagte sie.
150 statt 230 Franken
Der neue Leistungsvertrag sieht überdies eine Reduktion der Tarife vor. So lag der Pensionstarif bis Ende letzten Jahres pro Frau und Tag bei 230 Franken und pro Kind und Tag bei 170 Franken. «Diese Tarife galten für alle Schutzsuchenden, ob sie nun in Graubünden oder in einem anderen Kanton wohnhaft waren», erklärte Honegger Droll. Neu zahlen im Kanton wohnhafte Frauen 150 Franken und deren Kinder 100 Franken, für die ausserhalb des Kantons wohnhafte Klientel bleiben die Tarife auf der Höhe der früheren Vereinbarung. Für die Kosten müssen allerdings nicht die betroffenen Frauen aufkommen, sondern die Opferhilfe. «Die Opferhilfe Graubünden bezahlt den Aufenthalt im Frauenhaus in der Regel für maximal drei Wochen», so Honegger Droll, «auf ein Zusatzgesuch hin übernimmt sie auch länger als drei Woche dauernde Aufenthalte.»
Von der Tarifsenkung erhofft sich das Frauenhaus eine höhere Auslastung. Laut der Präsidentin ist die Auslastung allerdings jetzt schon hoch. «Im letzten halben Jahr war das Frauenhaus, in dem höchstens drei Frauen und deren Kinder Platz finden, praktisch immer voll belegt.» Doch nun versuche man natürlich, die neuen Tarife möglichst breit zu kommunizieren, damit noch weitere Frauen vom Angebot des Frauenhauses Graubünden profitieren könnten. «Weil die Tarifsenkung derart markant ist, braucht es nun aber schon grosse Anstrengungen unseres Teams, um einen gleich hohen Umsatz zu erzielen wie vorher», sagte Honegger Droll. Man werde jedoch alles daran setzen, um das Ziel einer höheren Auslastung zu erreichen. In vier Jahren werde man die Lage dann aufgrund der gemachten Erfahrungen neu beurteilen.
Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
Datum: 13.01.2012, 00:00 Uhr
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