In Graubünden leben 20 000 Menschen mit Leseschwäche, davon knapp die Hälfte mit unserer Muttersprache und Schweizer Volksschulbildung. Menschen mit Leseschwäche sind im Alltag benachteiligt. Sie können bei der Arbeit, in der Familie (als Eltern) und in der Freizeit nicht oder ungenügend lesen und schreiben. Das Rote Kreuz Graubünden schliesst mit dem Projekt „Besser LESEN+SCHREIBEN“, unterstützt von Bund und Kanton, eine Lücke in Graubünden.
Leseschwäche, oder auch Illettrismus bedeutet für die Betroffenen: Sie verstehen einen kurzen, einfachen Text nicht. Beispielsweise eine Arbeitsanweisung, einen Sicherheitshinweis oder eine Website. Weiter können sie selber kein Formular ausfüllen, keinen Automaten bedienen oder sich selber nicht schriftlich anderen mitteilen.
Menschen mit Leseschwäche sind von alltäglichen Anforderungen ausgeschlossen, viele Betroffene vereinsamen deswegen. Sie schämen sich, vertuschen ihre Leseschwäche mit gekonnten Tricks, verlieren ihr Selbstvertrauen und glauben, die einzige Person zu sein, die das nicht kann – ein Teufelskreis.
Dabei sind nach übereinstimmenden internationalen Studien in Mitteleuropa 16 % der Bevölkerung im Erwerbsalter von Illettrismus betroffen. Jährlich kommen 100 Bündner Schulabgängerinnen und –abgänger neu dazu.
Quelle: Rotes Kreuz Graubünden
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