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Wer Jugendgewalt nicht reduziert als Jugendphänomen oder individuelles Problem betrachtet, sondern die gesellschaftlichen Verstrickungen mitdenkt, kann mit diesem Wechsel der Perspektive neue Ansätze für die Präventions- und Erziehungsarbeit in der Sozialen Arbeit entwickeln.
Gleichgültige oder überbesorgte Eltern, Jugendliche, die mit Gewalt sich selber spüren wollen – zwei von vielen Facetten des komplexen Phänomens Jugendgewalt. Fachpsychologe Hans-Werner Reinfried zu familiären Konstellationen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, von Freizeitkult bis Facebook.
Um die Prävention von Jugendgewalt und den Jugendmedienschutz zu verbessern, hat der Bundesrat nach einer fundierten Analyse der Problematik zwei Programme auf gesamtschweizerischer Ebene verabschiedet. Die vorgesehenen Massnahmen werden ab 2011 bis 2015 umgesetzt. Der Bund stellt dafür Finanzmittel in Höhe von 8,65 Millionen Franken bereit.
Fanarbeit ist auch Jugendarbeit. Das Klientel von Thomas Gander, Fanarbeiter beim FC Basel, ist mehrheitlich zwischen 15 und 25 Jahre alt. Für die sogenannten «Ultras» bilden der Fussball und ihr Verein der Lebensmittelpunkt. Negative Schlagzeilen nach Ausschreitungen gehören dazu.
Die Frage der Entwicklung der Gewaltkriminalität ist noch nicht geklärt. Dass Jugendliche mit Migrationshintergrund eine stärkere Belastung mit Gewaltdelikten aufweisen, ist jedoch unabweisbar. Eine neue Studie der Berner Fachhochschule verweist auf die Bedeutung kultureller Einflussfaktoren.
Wenn weibliche Jugendliche physische Gewalt anwenden, verstört dies. In welchem Verhältnis steht Gewalt zu Weiblichkeit und Männlichkeit? Eine aktuelle Schweizer Studie legt die Beweggründe junger Täterinnen dar und zeigt: Gewaltübung kann nicht auf das Geschlecht reduziert werden.
Im Rahmen von partnerschaftlicher und familiärer Gewalt wenden auch Minderjährige Gewalt an. Dies zeigt die Praxis. In Literatur und Forschung kommt häusliche Gewalt von Minderjährigen jedoch kaum vor. Auch Fachpersonen sind tendenziell wenig sensibel auf diese Form von Jugendgewalt.
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