AvenirSocial - Professionelle Soziale Arbeit Schweiz

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Nein zur 4. Revision der Arbeitslosenversicherung

AvenirSocial, Professionelle Soziale Arbeit Schweiz, akzeptiert die Änderungen vom 19. März 2010 am Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) nicht. AvenirSocial empfiehlt am 26. September 2010 ein Nein in die Urne zu legen.

Die Leistungskürzungen der 4. AVIG Revision treffen die Arbeitslosen in unserem Land schwer. In einem Arbeitsmarkt, der immer mehr Flexibilität von den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern verlangt, kann nicht mehr von einer langen und linearen Erwerbszeit ausgegangen werden. Die Erwerbskarriere wird oft unfreiwillig und punktuell unterbrochen. Der angestrebte Ausgleich zwischen Beitrags- und Leistungsdauer versichert nur noch Personen, die sich vor der Arbeitslosigkeit in einem stabilen System befunden und eine feste Arbeitsstelle gehabt haben. Die längere Wartezeit und die kürzere Leistungsdauer erschwert die Integration junger Erwachsener in den Arbeitsmarkt zusätzlich.

Die Revision trifft Personen, die nur eine kurze Periode der Arbeitslosigkeit durchleben und somit weiterhin ausreichende Unterstützung durch die Arbeitslosenversicherung erhalten, kaum. Schlimm wirkt sich aber die geplante Revision auf Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen aus. Namentlich auf Teilzeit- und Temporärarbeitskräfte, junge Erwachsene oder Personen im Alter ab 55 Jahren. Stark benachteiligt werden auch Personen, die ihre Arbeit unterbrechen um sich um die Familie, Kinder oder kranken Eltern zu kümmern. Diese Personengruppen riskieren Opfer der Sparmassnahmen der 4. AVIG Revision zu werden.

Was nicht mehr im Aufgabenbereich der Arbeitslosenversicherung liegt, wird auf andere Systeme der sozialen Sicherheit abgewälzt. Insbesondere auf die Sozialhilfe. Die Kluft zwischen Personen in prekären Lebenslagen und dynamischen Personen, die in der Lage sind sofort positiv auf eine Arbeitslosigkeit reagieren zu können, wird noch grösser. Menschen, die nicht über entsprechende Ressourcen verfügen, werden Opfer eines immer anspruchsvoller werdenden Arbeitsmarktes und einer Arbeitslosenversicherung, die sie nicht mehr auffängt.

Deshalb empfiehlt AvenirSocial allen Professionellen der Sozialen Arbeit am 26. September die Revision der Arbeitslosenversicherung abzulehnen und ein Nein in die Urne zu legen.
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