|
Empirisch wie historisch ist der Politikbezug Sozialer Arbeit nicht zu leugnen, und doch ist ihr politischer Auftrag umstritten. Ein politisches Mandat Sozialer Arbeit erscheint als Anmassung und Selbstüberschätzung. Warum soll ausgerechnet die Soziale Arbeit ein politisches Mandat haben? Lauert hier nicht die Gefahr der Ideologisierung? Führt jede Politisierung Sozialer Arbeit nicht zum Verlust der Professionalität? Instrumentalisiert advokatorische Interessenvertretung nicht vermeintliche Klienteninteressen zugunsten eigener Professionsinteressen? Und schürt eine politische Sozialarbeit nicht Erwartungen, die sie mangels Politikfähigkeit sowieso nicht erfüllen kann? Aus der Systematik der Theorie folgt jedoch für die Praxis ein umfassender und facettenreicher Auftrag zum politischen Handeln.
In Ausbildung und Praxis der Sozialen Arbeit wird dem politischen Handeln als Bestandteil fachlichen Selbstverständnisses zu wenig Bedeutung beigemessen. Politische Handlungskompetenz ist aber ein notwendiges Instrumentarium zur Durchsetzung fachlicher Ansprüche und kann den Gestaltungsspielraum der Profession erweitern.
Ich bin seit meinem Studienbeginn 1968 politisch aktiv, also seit mehr als 40 Jahren. Ich habe innerhalb und ausserhalb des Berufes viel erreichen können. Dabei hatte ich in der Regel die Unterstützung von Medien und Öffentlichkeit, von Berufsgremien und Fachinstitutionen. Im Jahr 2007 hat sich das plötzlich geändert. Dabei ging es bei dieser Kampagne nicht nur gegen mich als Person, sondern exemplarisch gegen eine gewisse Haltung in der Sozialen Arbeit, in der Sozialpolitik. Ich möchte meine kleine Geschichte mit grosser Wirkung deshalb hier kurz erzählen, denn sie ist ziemlich markant in der politischen Debatte zu unserem Beruf.
Gemäss Bundesamt für Statistik wird in der Schweiz jährlich Freiwilligenarbeit im Wert von ungefähr 13 Milliarden Franken geleistet. Wenn man bedenkt, dass dies rund 5 Prozent der total im Inland erbrachten Arbeitsleistung entspricht, respektive dass im Vergleich dazu nur knapp 1 Milliarde Franken jährlich an gemeinnützige Organisationen gespendet wird, so wird deutlich, welch zentrale Funktion dieses Engagement für das Funktionieren unserer Gesellschaft hat. Insofern ist es für einen Berufsverband wichtig, Freiwillige zu rekrutieren und an die Organisation zu binden. Was dabei zu beachten ist, ist Gegenstand des folgenden Artikels.
Fünf Jahre AvenirSocial: Welche Bilanz zieht der Verbandspräsident? Und welche Pläne hegt er? Ein Gespräch mit Markus Jasinski über die Kunst, als Verband in einem von Spannungsfeldern geprägten Umfeld die Balance zu finden und gleichzeitig möglichst viel Aussenwirkung zu erzielen.
In diesem Jahr wird AvenirSocial, der Berufsverband der Professionellen Sozialer Arbeit, bereits fünf Jahre alt. Eine gute Gelegenheit, um zurückzuschauen, Bilanz zu ziehen und die Herausforderungen der nächsten Jahre zu benennen.
Die 13 Sektionen von AvenirSocial in der deutschen und der französischen Schweiz setzen sich vor Ort für die Interessen der Mitglieder auf ihrem jeweiligen Sektionsgebiet ein. Welches sind die Herausforderungen, vor denen die Verbandsarbeit auf lokaler, regionaler oder kantonaler Ebene steht? Wer sind die Menschen, die hinter dieser Arbeit stehen? Die Antworten auf diese Fragen gibt die langjährige Aktivistin Inge Schädler, die in zahlreichen verschiedenen Funktionen für AvenirSocial tätig war und noch immer ist. Sie kennt sowohl das Innenleben des Verbands als auch dessen Umfeld wie kaum eine andere.
Kommentare
Neuen Kommentar hinzufügen