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SozialAktuell Dezember: Hilfen zur Erziehung

Wenn eine angemessene Förderung und Erziehung nicht möglich ist, haben die betroffenen Kinder und Jugendlichen sowie deren Eltern Anspruch auf Hilfen zur Erziehung. Dieser in der Schweiz relativ neu eingeführte Begriff umfasst die Angebotspalette der intensiven ambulanten und stationären Leistungen der Kinderund Jugendhilfe wie beispielsweise sozialpädagogische Familienbegleitung oder Heimerziehung.
Der Anteil der Jugendlichen mit einem Bedarf an Hilfen zur Erziehung ist klein. In dieser Gruppe gibt es nochmals einen kleinen Anteil an Jugendlichen, die auch das Helfersystem an seine Grenzen bringen. Auch wenn sich diese sogenannten «Systemsprenger » bezogen auf alle Jugendliche in der Schweiz numerisch im Promillebereich bewegen, binden sie einen Grossteil der Ressourcen in Fachdiensten, Kindesschutzbehörden und Heimen und bringen teilweise auch erfahrene Fachleute an den Rand der Verzweiflung und Erschöpfung.
Wie kommt es zu diesen schweren Krisen im Jugendalter? Während die Kinder- und Jugendpsychiatrie den einzelnen Jugendlichen in den Blick nimmt und beispielsweise eine Störung des Sozialverhaltens diagnostiziert, legt die Soziale Arbeit den Fokus traditionell eher auf systemische und soziologische Ursachen. Einig ist man sich heutzutage aber weitgehend darin, dass eine erfolgreiche Betreuung und Behandlung dieser Jugendlichen nur in der Kooperation von Sozialer Arbeit und Kinder- und Jugendpsychiatrie gelingen kann.
Obwohl die Begleitung und Betreuung von Jugendlichen in besonders schweren Lebenssituationen zu den anspruchsvollsten Aufgaben in der Sozialen Arbeit gehört, stehen Fachpersonen dafür wenig spezifische Werkzeuge zur Verfügung. In letzter Zeit sind zwar neue Instrumente im Bereich Kindesschutz entwickelt worden, diese fokussieren aber auf Kindeswohlgefährdungen wie Misshandlung oder Vernachlässigung durch die Eltern und sind bei schweren Verhaltensauffälligkeiten im Jugendalter nur bedingt anwendbar.
Ein Mangel herrscht auch bei den ambulanten und stationären Angeboten für «Systemsprenger». Die Schweiz verfügt zwar über eine grosse Auswahl an qualitativ gut arbeitenden Anbietern von Hilfen zur Erziehung, aber oft fehlt es an der Möglichkeit, für Jugendliche in besonders belasteten Situationen ein massgeschneidertes Angebot zu entwickeln. Seitdem «Carlos» und «Boris» über den medialen Boulevard gezerrt wurden, zögern vermehrt auch Behörden und Ämter, «Sondersettings» zu bewilligen beziehungsweise zu finanzieren.
In diesem Schwerpunkt finden sich neben Beiträgen, die mögliche Ursachen schwerer Krisen im Jugendalter beleuchten, eine Reihe von Artikeln, die Angebote für unterschiedliche Zielgruppen der Hilfen zur Erziehung vorstellen, nicht nur für junge Männer wie «Carlos». Denn Ziel aller Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe muss es sein, Krisen von Kindern, Jugendlichen und Familien rechtzeitig aufzufangen – bevor sie eskalieren und schliesslich Schlagzeilen machen.

Aktuell


Schwerpunkt

  • Hilfen zur Erziehung

    (Stefan Schnurr, Heinz Messmer, Marina Wetzel und Lukas Fellmann)

    «Hilfen zur Erziehung» steht als Sammelbegriff für eine Gruppe von ambulanten und stationären Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe, die sich an Kinder, Jugendliche und (teilweise)an ihre Eltern bzw. Sorgeberechtigten richten. Eingeführt wurde der Begriff in der Schweiz im Jahr 2012 auf der politischen Ebene.

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  • Störend oder gestört?

    (Rudolf Eigenheer)

    Kaum eine andere psychiatrische Störung im Kindes- und Jugendalter vereinnahmt so viel Aufmerksamkeit und Ressourcen wie die Störung des Sozialverhaltens. In diesem Artikel werden häufige Fehlvorstellungen angesprochen und Symptome aufgezeigt. Der Hauptfokus liegt auf den vier diagnostischen Untergruppen und den drei Störungskombinationen. Der Artikel schliesst mit Empfehlungen für die Behandlung.

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  • Familiensyteme im Wandel

    (Jürg Allemann)

    Kinder und Jugendliche sind früh den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen ausgesetzt. Eltern sind dabei herausgefordert, den Kindern einen Entwicklungsraum zu bieten, in dem Auseinandersetzungsstrategien gelernt und geübt werden können. Dabei sind Eltern auf Hilfesysteme angewiesen, die komplementär und substitutiv die Erziehungs- und Bildungswelt mitgestalten.

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  • Hochspannungsreiche Konstellationen

    (Elmo Mesic)

    Dieser Beitrag baut Brücken hin zu den intensiven Erziehungshilfen. Die mediale Aufmerksamkeit für „Jugendliche“ wie Boris und Carlos führte zu aufgeheizten Kontroversen, die Sicherheitsrisiken fokussierten. Ausgeblendet sind gute Gründe, gerade auf diese jungen Menschen mit einer passgenauen Erziehungshilfe zuzugehen.

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  • Beziehung statt Mauern

    (Marina Wetzel, Dorothee Schaffner und Rahel Heeg)

    Über individualisierte Formen erzieherischer Hilfen für Jugendliche, die weder zu Hause noch in Heimen leben können, ist wenig bekannt. Der Bedarf an Angeboten jedoch vorhanden. Mit ADOC – Adolecenti e Connessione – wird ein unkonventionelles Jugendhilfeangebot aus dem Tessin vorgestellt, welches auf diesen Bedarf antwortet

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  • Motivation zur Veränderung vermitteln

    (Christina Stadler)

    Im Übergang zum Erwachsenenalter sind Jugendliche mit vielen Herausforderungen konfrontiert, und die mit der Pubertät einhergehenden hormonellen Veränderungen machen es oft schwer, in Belastungssituationen „einen kühlen Kopf“ zu behalten. START NOW ist ein integratives Behandlungsprogramm, ausgerichtet auf in Jugendhilfeeinrichtungen platzierte Jugendlichen, die sich bis anhin keine angemessene Emotionsregulierung aneignen konnten.

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  • Stationäre Betreuung für Mütter und ihre Kinder

    (Clara Bombach, Thomas Gabriel, Samuel Keller und Renate Stohler )

    Die gemeinsame Unterbringung von Mutter und Kind als Massnahme im Rahmen des Kindesschutzes ist anspruchsvoll. Nachfolgend werden die wichtigsten Ergebnisse einer kürzlich abgeschlossenen Studie präsentiert und exemplarisch zwei Herausforderungen skizziert, die für die Qualitätsentwicklung bedeutsam sind.

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  • Ein Werkzeugkoffer für die direkte KlientInnenarbeit

    (Kitty Cassée)

    In der sozialarbeiterischen/sozialpädagogischen Praxis ist es den einzelnen Fachpersonen resp. den Teams überlassen, wie sie in der direkten KlientInnenarbeit vorgehen, wie sie Settings gestalten, Gespräche führen, Themen fokussieren und visualisieren sowie Ergebnisse festhalten. Der hier vorgestellte Werkzeugkoffer will mit fachlich aufbereiteten Tools das didaktisch-methodische Handlungsrepertoire weiter professionalisieren.

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  • Platzierung vor Ort

    (Rolf Straub)

    Eine Mutter und ihre Kinder erleben jahrelange Gewalt durch den Ehemann und Vater. Es ist der Tag gekommen, an welchem die Mutter den Schritt aus der von Eskalation geprägten Beziehung wagt. Die psychische und physische Verfassung der Familie erfordern Hilfeleistungen, um das Kindeswohl zu gewährleisten. Ein neues Angebot aus der Ostschweiz ermöglicht in Situationen dieser Art intensive Begleitung in der Familie.

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  • Weblinks zum Schwerpunktthema

    (Zusammengestellt durch die Geschäftsstelle von sozialinfo.ch unter sozialinfo.ch/sozialaktuell)

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Plattform

  • MigrantInnen begleiten MigrantInnen

    (Christiane Dilly)

    Die vom SRK Kanton Bern angebotene Individuelle Begleitung unterstützt Familien und Einzelpersonen in kritischen Lebenssituationen oder mit Integrationsschwierigkeiten: kulturspezifisch und zeitlich begrenzt. Die 17 Begleitpersonen wissen aus eigener Erfahrung, was es bedeutet, sich in der Schweiz zu integrieren.

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  • Jugendarbeit und Persönlichkeitsentwicklung

    (Sarah Aemisegger)

    Meine Bachelorarbeit beschäftigt sich mit dem Beitrag der Offenen und kirchlichen Jugendarbeit zur Persönlichkeitsentwicklung von Jugendlichen und geht der Frage nach, ob die Jugendarbeit diese unterstützen kann. Die Arbeit untersucht Praxisansätze in der Theorie sowie Konzepte und Angebote der Offenen und kirchlichen Jugendarbeit im Raum Zürich in Bezug auf die Persönlichkeitsentwicklung, sowohl qualitativ als auch quantitativ.

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