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SozialAktuell Juni: Kinder in familiären Krisen

Was auch immer Erwachsene entscheiden, tun oder unterlassen: Kinder sind mitbetroffen. Ihr Leben beginnt mit dem Entscheid Erwachsener zu einem Kind; Väter und Mütter bestimmen, wie gross die Familie wird und mit wie vielen Geschwistern ein Kind aufwächst. Indirekt bestimmen Eltern also auch, wie viele Cousins, Tanten und Onkel andere Kinder später haben werden. Die berufliche Tätigkeit von Mutter und Vater prägt den familiären Alltag. Die religiöse und politische Einstellung der Bezugspersonen, ihre Hobbys, ihr Umgang mit anderen Menschen und ihre Geschlechterbilder stellen für die Aufwachsenden wichtige Orientierungspunkte dar. Der Lebensweg der Eltern wird zum Schicksal ihrer Kinder und ist im besseren Fall bereichernd, im schlechteren Fall schädlich für deren Entwicklung. Mit zunehmender Urteilsfähigkeit haben Kinder Mitspracherechte. Und der Schweizer Staat gibt sich einerseits die Pflicht, über das Kindeswohl zu wachen sowie andererseits das Recht, bei Verletzung desselben einzuschreiten.
Dieses Heft thematisiert die Mitbetroffenheit von Kindern bei familiären Belastungen anhand einiger ausgewählter Beispiele. Wie erleben Kinder die Suchterkrankung eines Elternteils, wie die gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen ihren Eltern? Wie ist es, den Vater im Gefängnis zu besuchen? Welchen Belastungen sind Kinder ausgesetzt, wenn sie mit ihren Eltern in die Schweiz geflüchtet sind oder wenn ihre Familie einer streng religiösen Gemeinschaft angehört? Welche Rolle spielen Kinder, wenn sie beim Sozialdienst für ihre Eltern übersetzen? Und welche Rolle spielt dies für sie?
Was macht Kinder stark und resilient? Und woran drohen sie zu zerbrechen? Wie können Kinder optimal in Abklärungsverfahren einbezogen werden, sodass ihre Anhörung Selbstwirksamkeit erzeugt? Wie können Aussenstehende begleiten und beschützen, ohne bereits belastete Familiensysteme noch weiter zu destabilisieren? Anders gefragt: Was brauchen Kinder in Notsituationen, und von wem bekommen sie es (nicht)? Tun wir genug, tun wir das Richtige und tun wir es richtig, um Kindern in Schwierigkeiten zu helfen?
Der thematische Schwerpunkt dieses Heftes liefert Grundlagen und Denkanstösse, wie der Mitbetroffenheit von Kindern in problembelasteten Familien begegnet werden kann.

Aktuell

  • Kurzmeldungen

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  • «Case Management ist eine Methode und kein Sparprogramm»

    (Stefan Muller)

    Die Spitalsozialarbeit steht zunehmend im Gegenwind: Sie muss nicht nur rentieren, sondern sich auch gegenüber anderen Berufsgruppen behaupten. Dass es so nicht sein muss, erklärt Sonja Hug, die an der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW Klinische Sozialarbeit lehrt.

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Schwerpunkt

  • Stärkung der Stärken

    (Romaine Schnyder und Therese Zenhäusern)

    Das Zentrum für Entwicklung und Therapie des Kindes und Jugendlichen (ZET) des Kanton Wallis begleitet Kinder und Jugendliche sowie Familien, die mit vielfältigen Herausforderungen, sogenannten Risikofaktoren, konfrontiert sind. Oft gehen derartige Erfahrungen nicht spurlos an den Kindern und Familien vorbei, sondern belasten sie sehr. Eine der zentralen Aufgaben ist es, diese negative Spirale zu stoppen. Ein Weg dazu ist das Aufbauen von Widerstandskraft, der sogenannten Resilienz, beim Kind und bei seiner Familie.

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  • Kinder als Dolmetschende

    (Katrin Schiess-Scheurer)

    Kinder, die als ÜbersetzerInnen für staatliche Institutionen zu ihren Eltern sprechen, geraten in einen Rollenkonflikt. Als Mitbetroffene der familiären Notsituation sind sie für diese Aufgabe nicht geeignet.

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  • «Da sind wir zur Grossmutter gegangen»

    (Barbara Gysel)

    Morddrohungen, Schläge, Demutigungen: Zwischen 10 und 30 Prozent aller Kinder erleben im Verlauf ihrer Kindheit Partnerschaftsgewalt bei ihren Eltern. Dies kann für die betroffenen Kinder gravierende Folgen haben. Kinderschutz Schweiz will Fachpersonen aus verschiedenen Bereichen, die direkt oder indirekt mit Kindern arbeiten, darauf aufmerksam machen.

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  • Ein erster, unfreiwilliger Schritt

    (Kerstin Riedl)

    Konflikte zwischen Eltern können lange andauern. Auch nach einer Trennung oder Scheidung. Kinder sind hiervon mitbetroffen und verdienen Schutz. Eine angeordnete Mediation ist bei solchen anhaltenden Konflikten zwischen Eltern manchmal ein erster Schritt in die richtige Richtung.

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  • DiskuTafel: diskutieren und tafeln

    (Iwan Reinhard)

    Als Kind in der Schweiz aufwachsen zu dürfen, wird im Allgemeinen als Glücksfall betrachtet. Sei dies im Hinblick auf Wohlstand, Bildung, Sicherheit, Umwelt und viele weitere Faktoren. Etwas weniger Glück haben Kinder, welche bei Eltern mit einer Suchterkrankung aufwachsen. Ihnen fehlen meist die für eine gesunde Entwicklung notwendige Geborgenheit sowie stabile Beziehungen. Die Stiftung aebi-hus verbessert durch regionale Vernetzungsplattformen die Startbedingungen dieser Kinder.

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  • «Das Vorgehen der Behörden empfand ich als chaotisch»

    (Interview: Elisa Mombelli)

    Ein heute 29-jähriger Mann blickt zurück auf seine Kindheit. Er wuchs mit der zwei Jahre jüngeren Schwester beim Vater und der alkoholsüchtigen Mutter im Kanton Bern auf. Als er neun Jahre alt war, trennten sich die Eltern, daraufhin lebten die Kinder ein Jahr alleine mit der Mutter. Dann wurden die Geschwister in eine Pflegefamilie platziert.

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  • Plötzlich fehlt Papa

    (Renate Grossenbacher)

    Stellen Sie sich vor: Ihr Partner ist von der Polizei abgeholt worden. Sie haben keine Ahnung, was vorgefallen ist, was für ein Delikt ihm vorgeworfen wird. Es besteht keine Chance, etwas darüber herauszufinden. Ein Besuch wird Ihnen wegen Verdunklungsgefahr verwehrt, und es ist völlig unklar, wie lange dies so bleiben wird. Sie haben keine Ahnung, wie es weitergehen soll. Wie reagieren Sie? Was sagen Sie Ihrem Kind?

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  • Ein Steinchen im Mosaik

    (Franziska Voegeli)

    Kinder sollen in Verfahren der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde angehört werden, so will es das Gesetz. Doch was heisst das für die tägliche Arbeit der KESB? Und wird die Kindesanhörung durch die KESB im momentanen Diskurs nicht überschätzt?

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  • Eine eigene Welt

    (Susanne Schaaf)

    Die Arbeit mit Familien in sektenhaften Gemeinschaften stellt die Sozialarbeit vor besondere Herausforderungen. Neben der allgemeinen Dynamik von Familiensystemen tragen der weltanschauliche Hintergrund und sein Regelwerk massgeblich zur Problematik bei.

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  • «An der Hand der Mutter»

    (Christiane Lubos)

    Vor vier Jahren kamen Sara und Achmed mit ihren Familien in die Schweiz. In ihrem jungen Leben mussten sie Krieg und Flucht erdulden. Durch die Unterstützung ihrer Familien und ihres Umfelds wird es möglich, in einem neuen Zuhause «anzukommen».

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  • Weblinks zum Schwerpunktthema

    Zusammengestellt durch die Geschäftsstelle von sozialinfo.ch unter sozialinfo.ch/sozialaktuell

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Plattform

  • Arbeitsvermittlung für Flüchtlinge

    (Lisa Schädel und Raphael Strauss)

    Über 80 Prozent der Flüchtlinge in der Schweiz sind nicht erwerbstätig. Die Gründe dafür sind vielfältig. Jobs4refugees.ch setzt bei den Arbeitgebenden an und übernimmt eine Scharnierfunktion in der Vermittlung von Arbeitnehmenden mit Fluchthintergrund. Kein einfaches Unterfangen.

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  • Ein Umdenken ist gefordert

    (Stefanie Kurt und Anita Heinzmann)

    Im Mai 2017 entschied das Bundesgericht, dass kein verfassungsmässiger Anspruch auf den Besuch einer Regelschule für ein Kind mit Behinderung besteht. Dem Entscheid liegt das Kriterium des Kindswohls zu Grunde. Im Umkehrschluss heisst dieser Urteilsspruch, dass mit der Begründung des Wohls von Kindern mit Behinderung bestehende Strukturen begünstigt und die Umsetzung von inklusiven Schulen gehemmt wird. Ein Umdenken bei der institutionellen schulischen Segregation scheint dringend gefordert.

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  • Individuell und selbstbestimmt

    (Astrid Wuthrich)

    Für erwachsene Menschen mit Behinderung schlägt der Kanton Bern neue Wege ein. Im Rahmen des kantonalen Behindertenkonzepts sollen Menschen mit Behinderung über die Einführung eines neuen Finanzierungsmodells mehr Selbstbestimmung, mehr Eigenverantwortung sowie mehr Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erhalten. Das neue System richtet sich am individuellen Bedarf der betroffenen Personen aus. Dadurch wird diesen die freie Wahl der Lebensform ermöglicht. Gleichzeitig fördert die neue Finanzierungsform die unternehmerische Freiheit der Institutionen.

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Kiosk


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  • «Soziale Arbeit muss von den Menschenrechten ausgehen»

    (Interview: Samuel Kaiser)

    Im April hat Annina Grob die Co-Leitung der Geschicke des Berufsverbandes der Sozialen Arbeit übernommen. Ein Gespräch über die Herausforderungen und Chancen der Sozialen Arbeit in Zeiten einer Sozialpolitik im Sparmodus.

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