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SozialAktuell April: Religion

Religion ist eine der Wurzeln der Sozialen Arbeit und spielt heute noch eine bedeutsame – teils fruchtbare, teils problematische – Rolle in der Profession. Insbesondere Studierendenorganisationen an Hochschulen für Soziale Arbeit weisen darauf hin, dass die Anzahl der Mitstudierenden, welche christlich-fundamentalistische Positionen vertreten, stark zugenommen habe. Dies äussert sich vor allem in Diskussionen zu sexuellen Präferenzen oder Familienmodellen. Die Fachhochschulen müssen sich klar gegen jede Form der Intoleranz und Diskriminierung positionieren.
Der persönliche Glaube ist für viele Professionelle das Fundament für eine wertschätzende und unterstützende Haltung gegenüber ihren KlientInnen. Der Einleitungsartikel zeigt die unterschiedlichen Funktionen von Glauben für die Alltagspraxis in der Sozialen Arbeit auf. Das Fazit: Gläubige Menschen sind weder bessere noch schlechtere Professionelle. Der zweite Beitrag befasst sich mit dem Begriff Sekte und weist auf das Konfliktpotenzial von strikten Glaubensprinzipien hin. Beispiele für die Rolle der Religion im Berufsalltag veranschaulichen die Beiträge zur Gefängnis- sowie zur Flughafenseelsorge und zur pfarreilichen Sozialen Arbeit.
In Ihrem Berufsalltag werden Professionelle nicht nur mit ihrem eigenen Glauben bzw. Nichtglauben konfrontiert, sondern auch mit den Weltanschauungen und religiösen Identitäten ihrer KlientInnen: Wie ist beispielsweise die jüdisch-orthodoxe Lebensweise mit den SKOS-Richtlinien vereinbar? Welche Berührungspunkte bestehen in der Sozialen Arbeit mit dem Phänomen der dschihadistischen Radikalisierung, und wie sollen Sozialarbeitende mit diesen Herausforderungen umgehen? Bei aller Kritik an fundamentalistischen Haltungen von AdressatInnen der Sozialen Arbeit zeigt der letzte Beitrag auf, dass das Ernstnehmen von Glaubenssystemen als zentraler Ressource von KlientInnen unabdingbarer Bestandteil einer lebensweltorientierten Sozialen Arbeit sein muss.
Religiöse Vielfalt in der Gesellschaft ist heute grösser denn je. Die Forschenden des Nationalen Forschungsprogramms 58 (NFP 58) zählten 2011 in der Schweiz 5734 religiöse Gemeinschaften. Wir leben in einer multikulturellen und multireligiösen Gesellschaft, in welcher sich die Soziale Arbeit zwingend mit Religiosität beschäftigen muss, damit ein angemessenes professionelles Handeln überhaupt möglich ist.
Das vorliegende Heft setzt sich kritisch mit der Rolle der Religion in der Sozialen Arbeit auseinander. Wie halten Sie es, liebe Leserin, lieber Leser, mit dem Glauben, mit der Religion? Wir wünschen Ihnen eine gute Lektüre und die eine oder andere Anregung für einen bewussten Umgang mit dem eigenen Glauben und der Reflexion Ihrer Einstellung zu Religion.

Aktuell

  • Kurzmeldungen

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  • Der Verzicht auf zustehende Sozialleistungen rückt ins Blickfeld

    (Charlotte Spindler)

    Die Missbrauchsthematik in der Sozialhilfe steht in der politischen Debatte ganz weit oben. Der Nichtbezug von zustehenden Leistungen dagegen ist ein wenig beachtetes Feld. Über das Ausmass gibt es bloss Schätzungen: Denn wer keine Ansprüche geltend macht, erscheint nicht in der Statistik. Studien aus der Deutsch- und der Westschweiz haben sich des Themas angenommen und verweisen auf die sozialpolitischen Hintergründe.

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Schwerpunkt

  • Religiositäten in der sozialpädagogischen Praxis

    (Peter Schallberger)

    Gläubig zu sein, kann Unterschiedliches bedeuten. Dies macht es schwierig, auf die Frage nach dem Verhältnis zwischen Religion und Sozialer Arbeit eine eindeutige Antwort zu geben. Klar indes scheint: Gläubige Menschen sind weder zwingend die besseren noch zwingend die schlechteren Professionellen.

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  • Was heisst hier "Sekte"?

    (Susanne Schaaf)

    Sektenhafte Gruppen bieten Halt und Orientierung, weisen aber auch ein nicht zu unterschätzendes Konflikt- und Gefährdungspotenzial auf. Solche Spannungsfelder lassen sich ebenfalls in evangelikalen Gemeinschaften beobachten. Besonders Kinder und Jugendliche sind von der Dynamik betroffen.

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  • Helfen ist urmenschlich

    (Angelika Witzig)

    Pfarreiliche Soziale Arbeit im Kanton Zürich ist subsidiär und ergänzend zu staatlichen und privaten Institutionen und Angeboten. Eingebettet in das Lebensumfeld der Hilfesuchenden fördert sie das Empowerment und tragfähige Beziehungen vor Ort. Ihr Auftrag ist unabhängig von Herkunft und Religion.

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  • Heilsarmee: Methoden der Sozialarbeit mit einem christlichen Hintergrund

    (Hedy Brenner)

    «D Heilsarmee tuet vill Guets» – das ist der häufigste Kommentar, den ich höre, wenn ich im Gespräch meinen Arbeitgeber nenne. Tatsächlich hat sich die Heilsarmee seit ihrer Gründung vor über 150 Jahren nicht nur als religiöse, sondern immer auch als sozial aktive Gruppierung verstanden.

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  • Menschliche SOrgen kennen keine Religion

    (Patricia Senn)

    Am Flughafen Zürich steht ein Team von Seelsorgern und Freiwilligen den Reisenden und Mitarbeitenden bei – nicht nur in Notfallsituationen.

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  • Soziale Arbeit und das Phänomen der dschihadistischen Radikalisierung

    (Miryam Eser Davolio und Dilyara Müller-Suleymanova)

    Von 2001 bis Februar 2017 erfasste der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) insgesamt 81 dschihadistisch motivierte Kriegsreisende aus der Schweiz. Trotz etwas geringeren Fallzahlen im Vergleich zu anderen europäischen Ländern stellt sich die Frage, wie Sozialarbeitende Radikalisierung erkennen und darauf reagieren können.

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  • Jüdisch-orthodoxe Familien in der Sozialhilfe

    (Tina Balmer)

    Seit vielen Jahren begegne ich jüdisch-orthodoxen Menschen unterwegs in Zürich. Wir teilen das Leben im selben Stadtkreis. Wir teilen die Strassen und öffentlichen Verkehrsmittel. Wir streifen uns, nehmen uns zur Kenntnis, aber verschwenden kaum einen Gedanken an unser Gegenüber. Als ich vor vier Jahren anfing bei den Sozialen Diensten Zürich in einem Sozialzentrum zu arbeiten, war ich dennoch überrascht, mit meiner Fallliste vier jüdisch-orthodoxe Familien zu übernehmen. Plötzlich gab es Berührungspunkte. Und damit auch so einige Stolpersteine.

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  • Eine kritische Reflexion der Religion ist unerlässlich

    (Axel Bohmeyer)

    Eine Soziale Arbeit, die sich dem Theoriekonzept der Lebensweltorientierung verpflichtet weiss, nimmt ihren Ausgang in den alltäglichen Deutungs- und Handlungsmustern der AdressatInnen der Sozialen Arbeit. Lebensweltorientierte Soziale Arbeit muss für die (mögliche) Relevanz religiöser Deutungsmuster und Gestaltungsformen der Klientel nicht nur offen sein, sondern um ihrer eigenen Professionalität willen für diesen spezifischen Wirklichkeitszugang sensibilisieren.

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  • Weblinks zum Thema

    Zusammengestellt durch die Geschäftsstelle von sozialinfo.ch unter sozialinfo.ch/sozialaktuell

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Porträt

  • «Es ist wichtig, sich ersetzbar zu machen»

    (Patricia Senn)

    Im Berner Länggasse-Quartier hat im Herbst 2016 ein neues Restaurant eröffnet: das Provisorium46. Geschäftsleiter ist Jonas Staub, Begründer von Blindspot, einer nationalen Förderorganisation für Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung, und dies ist sein neuestes Inklusionsprojekt.

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Plattform

  • Förderung des Wohlbefindens von Kindern in der Ganztagesbildung

    (Emanuela Chiapparini)

    Die Förderung des Wohlbefindens von Kindern wird als Qualitätsmerkmal von Ganztagesbildung in Deutschland und der Schweiz gefordert und beschrieben, aber bislang kaum empirisch überprüft. Hierzu liefert dieser Beitrag eine begriffliche und empirische Orientierung.

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  • 5. Monitor des Stellenmarktes im Sozialwesen der Schweiz

    (Sarah Madörin, Jeremias Amstutz, Barbara Beringer, Thomas Redmann und Peter Zängl)

    Wie gestaltet sich die Suche nach Führungskräften im Sozialwesen der Schweiz? Wie sehen die Anforderungen und Arbeitsbedingungen aus? Ist es momentan besonders schwierig, Führungspositionen zu besetzen? Solche und ähnliche Fragen beschäftigen zurzeit viele Fachleute der Sozialen Arbeit. Im Rahmen dieses Monitors werden Stelleninserate auf diese Fragen hin analysiert1. Zudem werden die Ergebnisse erstmals von zwei ExpertInnen aus der Praxis kommentiert.

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  • Systemdynamische Modelle für die Unterstützung betreuender und pflegender Angehöriger

    (Martin Müller, André Fringer und Alexander Scheidegger)

    Angehörige spielen sowohl in der ambulanten als auch in der stationären Betreuung älterer Menschen eine zentrale Rolle. Viele bewältigen diese Aufgaben selbstständig und ganz selbstverständlich. Andere kommen durch die Herausforderungen in der Betreuung selbst und in ihrem Umfeld an die Grenze der Belastbarkeit. Soziale und Pflegeorganisationen bieten zahlreiche Unterstützungsleistungen – aber welche Wirkungen lösen diese eigentlich aus?

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Kiosk


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  • Nationale Strategie Sucht

    (Simone Gremminger)

    Die Nationale Strategie Sucht wurde vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) in Zusammenarbeit mit vielen anderen Akteuren erarbeitet und wird nun umgesetzt. Sucht wird als etwas sich Wandelndes verstanden, dementsprechend werden neu auch Verhaltenssüchte (z. B. Geldspielsucht) unter dem Suchtbegriff subsumiert. Die bewährte Viersäulenpolitik wird um vier zusätzliche Handlungsfelder erweitert: Koordination und Kooperation, Wissen, Vernetzung und Information, internationale Politik.

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