AvenirSocial - Professionelle Soziale Arbeit Schweiz

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SozialAktuell Juni: Macht

Die Auseinandersetzung mit Macht und Ohnmacht ist in der Sozialen Arbeit ein unumgängliches Thema, allein die Erwähnung des Begriffs Macht löst jedoch oft ambivalente Gefühle aus. Letzthin sagte eine Kollegin beispielsweise: «Ich habe zweifellos Macht über meine KlientInnen – viele von ihnen mit Suchtproblemen. Ich kann ihnen die Auszahlung ihres Taschengeldes unter dem Hinweis verweigern, dass sie nicht zur vorgesehenen Zeit im Büro vorgesprochen haben. Wegen mir ist ihr Tag vermasselt, weil sie ihr Trinken nicht einkaufen können. Will ich aber dazu beitragen, ihre Lebenssituation zu verbessern, dann ist meine Macht oft mehr als begrenzt. Meinen Vorgesetzten oder externen Behörden geht es ähnlich mit der Macht über mich: Einmal bekommen sie sehr schnell von mir das Gewünschte. Ein anderes Mal müssen sie lange auf eine Leistung oder eine Auskunft von mir warten. Sie müssen sich dann von mir Erklärungen anhören, wie die Zusammenarbeit mit den KlientInnen sei nicht immer exakt planbar. Mitarbeitende von Behörden haben in der Regel keine Wahl, was sie von mir oder meinen KlientInnen fordern müssen. Sie haben sich an Gesetze und Budgets zu halten – auch wenn sie diese nicht erlassen haben und Mühe haben, dahinterzustehen.»
Nicht nur als SozialarbeiterInnen sind wir mit Macht und Ohnmacht konfrontiert, auch als Mitglieder der Redaktionsgruppe begegnen uns die beiden Pole. Einerseits können wir Themen setzen, Aufträge erteilen und Ausgaben gestalten. Gleichzeitig erleben wir jedoch hin und wieder ein Ausgeliefertsein. Wenn beispielsweise die vereinbarten Inhalte in den Beiträgen nicht berücksichtigt werden oder versprochene Artikel zu spät oder am Ende gar nicht eintreffen, dann stehen wir mit leeren Händen da und kommen unter Druck. Es scheint geradezu passend, dass für die vorliegende Ausgabe gleich zwei Beiträge erst nach Redaktionsschluss abgesagt wurden – und wir absolut machtlos sind.
Macht ist das Öl oder der Sand im Getriebe, je nach Blick- oder Fahrtrichtung. Im vorliegenden Schwerpunkt ist vereint, was sonst weit auseinanderliegt. Gleich zu Beginn kommt die Soziale Arbeit auf die Anklagebank. Daneben kommen Menschen mit Lernschwierigkeiten zu Wort, die ihre Ohnmacht nicht tatenlos hinnehmen. Weiter ist die Rede vom Stabilitätspakt der europäischen Union, von der Ermächtigung der Sozialarbeit durch die Schaffung der KES-Behörden, der Macht von unten am Beispiel eines Speaker’s Corner sowie den politischen Einflussmöglichkeiten unseres Berufsverbandes, der uns in unserer Professionalität stärkt. Wir laden Sie ein, entdecken Sie in unserem Schwerpunkt die explizit beschriebenen Machtzusammenhänge – und auch die verborgenen – und machen Sie in Ihrem Alltag gleich weiter damit. Dann haben wir die Chance, der Anklage im Grundlagentext, wir würden unser politisches Mandat nicht nutzen, etwas entgegenzusetzen.

Aktuell

  • Kurzmeldungen

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  • Was macht Heimat aus? Eine Ausstellung sucht Antworten.

    (Ursula Binggeli)

    «Heimat ist unerlässlich, aber sie ist nicht an Ländereien gebunden», schrieb der Schriftsteller Max Frisch vor bald siebzig Jahren in einem seiner Tagebücher. Aber was macht Heimat denn aus? Besonders heute, im Zeitalter der Migrationsströme und neuen Grenzzäune? Das Stapferhaus Lenzburg spürt in seiner aktuellen Ausstellung dieser Frage nach und bietet, so Projektleiter Detlef Vögeli, den Besucherinnen und Besuchern Gelegenheit, ein persönliches «Reframing» des Heimatbegriffs vorzunehmen.

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Schwerpunkt

  • Machtgeschehen in der Sozialen Arbeit

    (Sabine Pankofer und Juliane Beate Sagebiel)

    Die Gesellschaft ist von ungleichen Machtverhältnissen geprägt, die sich strukturell in Form von Institutionen, Gesetzen und Symbolen, in ungleichen Geschlechtsverhältnissen und Klassen manifestieren. Wie geht die Soziale Arbeit mit Fragen nach Macht und Ohnmacht um? Um ebendies aufzuzeigen, wagen wir ein Gedankenexperiment und klagen die Soziale Arbeit an.

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  • Politische Einflussnahme des Berufsverbandes

    (Stéphane Beuchat)

    Die Soziale Arbeit hat seit den Pionierinnen wie Alice Salomon, Jane Addams oder Ilse Arlt ein wesentliches Ziel, nämlich einen Beitrag zur Entstehung einer sozialen Ordnung mit mehr Gerechtigkeit, Chancengleichheit und Solidarität zu leisten. Für AvenirSocial ist es unbestritten und wird auch im Berufskodex2 mehrfach erwähnt, dass die Soziale Arbeit zur Erreichung ihrer Ziele ein politisches Mandat hat. Doch welchen Beitrag leistet AvenirSocial und auf welcher Grundlage?

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  • Fachstelle Selbstvertretung: ein Gespräch über Träume und Barrieren

    (Robert Löpfe)

    Seit rund zwei Jahren existiert im HPV Rorschach die Fachstelle Selbstvertretung. Diese setzt sich aus VertreterInnen der drei Bereiche Atelier, Werkstätten und Wohnen zusammen. SozialAktuell hat vier der fünf Mitglieder zum Gespräch über ihr Engagement getroffen.

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  • Strukturelle Ermächtigung durch die Professionalisierung der KESB

    (Evelyne Thönnissen Chase)

    Wie kann die Entstehung der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (KESB) sozialwissenschaftlich gesehen als Professionalisierungsschub eines Handlungsfeldes der Sozialen Arbeit gedeutet werden? Der Entstehung wie auch der Ausgestaltung der Behörden und der konkreten, interdisziplinären Zusammenarbeit widmet sich ein Nationalfondsprojekt (NFP).

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  • Nicht das System, sondern die Motivation und der Umgang damit verraten das Mächtige

    (Stefan Ribler und Antje Sommer)

    Im Zuge der Umsetzung des Nationalen Finanzausgleichs (NFA) im Bereich der Einrichtungen für Menschen mit Behinderung wurden die Kantone gefordert, eine neue Finanzierungsystematik für die Leistungen zu entwickeln. Ziel dieses Entwicklungsprozesses war, von einer reinen Objektfinanzierung (Finanzierung eines Wohn- und Betreuungsplatzes) zum Einbezug einer Subjektfinanzierung (Finanzierung der Betreuungsleistung entlang eines individuellen Bedarfes) zu gelangen. Seit dieser Einführung sind ökonomische Dynamiken feststellbar, welche sich auch in einem Machtgefälle äussern.

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  • Gewinnmaximierung versus Menschlichkeit

    (Michael Leinenbach)

    Diskriminierung, Mobbing und Gewalt treten in der heutigen Gesellschaft verstärkt als Reaktionen im beruflichen Alltag auf, so auch in den sozialen Berufen. Bereits der Mobbing- Report von 2002 stellte fest, dass in sozialen Berufen der Mobbingrisikofaktor mit 2,8 am höchsten ist, während er z.B. in Reinigungs- und Entsorgungsberufen bei 0,5 und in landwirtschaftlichen Berufen bei 0,1 lag.

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  • Ein «Rednerbänkli» für die öffentliche Meinungsäusserung

    (Kriso Basel)

    Der Speaker’s Corner ist ein Versammlungsplatz im Londoner Hyde Park, wo – vom britischen Parlament 1872 beschlossen – jede und jeder ohne Anmeldung zu einem Thema reden kann. Typischerweise stellt man sich zur Meinungsäusserung auf eine kleine Kiste oder eine Trittleiter. Weitere Speaker’s Corners existieren auch in Australien, den Niederlanden und temporär auf dem Basler Claraplatz, wo die Kriso (Forum für Kritische Soziale Arbeit) Basel am 25. Februar zur Aktion «Claraplatz für alle» aufgerufen hat.

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  • Weblinks zum Schwerpunkthema

    Zusammengestellt durch die Geschäftsstelle von sozialinfo.ch unter sozialinfo.ch/sozialaktuell

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Porträt

  • «Gemeinwirtschaftsideen feiern ein Comeback»

    (Ursula Binggeli)

    Der Boden muss zum Gemeingut werden, so wie Luft und Wasser es sind. Als junger Mann hat Heinz Girschweiler diese Forderung der Freiwirtschaftslehre kennengelernt. Seither ist er ihr verpflichtet. «Wer findet, man könne nichts verändern, kann sich in den Sarg legen.»

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Plattform

  • Wenn Diskriminierung zum Alltag wird

    (Patrick Weber)

    Eine aktuelle Untersuchung erfasste negative Einstellungen und diskriminierende Verhaltensweisen, die heterosexuelle Jugendliche im 8. und 9. Schuljahr schwulen Männern und Jungs gegenüber zeigen. Welche Faktoren stehen dahinter? Was kann die Soziale Arbeit dagegen tun?

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  • Sozialberatung im ländlichen Raum

    (Sonja Imoberdorf, Christine Jurt und Sandra Contzen)

    Zunehmend berichtet die Presse von Bauernfamilien in Notlagen. Oft werden dabei finanzielle Schwierigkeiten betont. Die Problemkonstellationen sind jedoch weitaus komplexer. Die Gründe für Krisen sind so divers wie die Bauernhöfe selbst. Die Verflechtung von Arbeit und Familie sind für Beratende eine grosse Herausforderung.

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Kiosk


AvenirSocial

  • Berufsethik im Alltag – wenn Kulturen aufeinanderprallen

    (Rahel Wüst)

    Die Frage, wie mit der Verweigerung eines Handschlags zur Begrüssung umgegangen werden soll, stellt sich zunehmend auch in der Sozialen Arbeit. Der Handschlag ist in westlichen Kulturen ein gängiges Mittel zur Begrüssung. Dass es sich dabei um mehr als nur ein Begrüssungsritual handelt, wird einem bewusst, wenn der Handschlag von Menschen aus anderen Kulturen verweigert wird und dies bei einem ein Gefühl des Unbehagens und des Widerwillens auslöst. Dies mit gutem Grund.

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  • Verbandsnachrichten

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