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SozialAktuell Januar: Platzierungsprozesse

Für betroffene Kinder und Jugendliche – aber auch für das ganze Familiensystem – bedeutet eine ausserfamiliäre Platzierung in ein Heim oder in eine Pflegefamilie einen grossen Einschnitt. So sind die Kinder und Jugendlichen einerseits nach einer Platzierung manchmal weit weg von ihrer Herkunftsfamilie untergebracht, sie müssen sich in neue Strukturen einfügen und haben andere Re­geln zu befolgen. Andererseits erleben sie häufig verlässliche Be­ziehungen, Kontinuität und Unterstützung. Für die Herkunfts­eltern ist eine ausserfamiliäre Platzierung häufig mit Scham und Schuldgefühlen verbunden.
Platzierungsprozesse benötigen im Interesse des Kindeswohls eine sorgfältige Vorbereitung und Begleitung. Umso erstaunlicher ist es, dass sie wenig erforscht sind. Fachleute stehen unter Druck, da die Situationen häufig sehr komplex sind und ein hoher Zeit­druck besteht. Die Eltern miteinzubeziehen, ist oftmals äusserst anspruchsvoll. Und gemäss den Kinderrechten sollen auch Kinder und insbesondere Jugendliche in den Platzierungsprozess mitein­bezogen werden. Zudem braucht es Vielfalt: Kinder, Jugendliche und Eltern sollen eine Wahl haben zwischen verschiedenen Mög­lichkeiten, im Sinne einer individuellen Lösung und Passung.
Viele Fachstellen beschäftigen sich heute mit dem Thema der Plat­zierung: Kinder­ und Jugendhilfezentren, Kindes­ und Erwachse­ nenschutzbehörden, polyvalente Sozialdienste, Schulpsychologi­sche Dienste etc. Es ist zu vermuten, dass nach wie vor subjektive Haltungen und Einstellungen der Fachpersonen sowie das nahe­liegende Angebot einen enormen Einfluss auf die Wahl des Plat­zierungsortes sowie grundsätzlich auf den Platzierungsprozess haben. Es gibt wenige praxistaugliche Leitfäden: Wir brauchen standardisierte Abläufe und insbesondere transparente Prozesse, die den Einbezug der Beteiligten regeln.
Die verschiedenen Beiträge in diesem Schwerpunkt zeigen unter anderem auf, welche Mechanismen bei einer Platzierung spielen, welche Qualitätsindikatoren vorliegen und welche Möglichkeiten des Einbezugs heute gelebt werden.
Ich danke allen Autorinnen und Autoren für ihre sehr geschätzten Beiträge und wünsche Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, eine span­nende Lektüre. Rückmeldungen und Kommentare sind wie immer sehr willkommen.

Aktuell

  • Kurzmeldungen

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  • Winterhilfe Basel

    (Laura Furlanetto)

    Armut in der Schweiz spielt sich in der Regel im Versteckten ab. Und trotzdem existiert sie. Gerade Familien mit Kindern und mit einem knappen Einkommen finden sich immer wieder in prekären Lebenssituationen, aus denen sie selbst nicht herausfinden. Die Winterhilfe Basel-Stadt bietet eine Anlauf- stelle für jene Menschen, die dringend Unterstützung benötigen.

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Schwerpunkt

  • Vom Regen in die Traufe - zur Geschichte der Fremdplatzierung in der Schweiz

    (Urs Hafner)

    Die autoritär geführten Anstalten des 19. Jahrhunderts betrachten wir heute als Orte des Schreckens. Vor 200 Jahren galten sie als wegweisende Modelle, von denen sich das Bürgertum eine gesellschaftliche Erneuerung erhoffte. Ein Blick auf die Geschichte der Fremdplatzierung von Kindern und Jugendlichen zeigt, wie dicht verwoben Armenpolitik, Disziplinierungsbestrebungen und religiöse Erziehung bis weit ins 20. Jahrhundert hinein waren, und hält zum kritischen Blick auf heutige Gegebenheiten an.

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  • Vereinbaren statt anordnen - Platzierungsprozesse im Kanton Basel-Landschaft

    (Lukas Fellmann, Heinz Messer, Marina Wetzel )

    Obwohl im Kanton Basel-Landschaft 60 Prozent der Platzierungen auf freiwillig vereinbarter Basis erfolgen, ist wenig über die Zugänge, die Indikationsstellung und die Platzierungsprozesse bekannt. Hierzu werden Ergebnisse einer aktuellen Studie präsentiert, die zeigen, dass der Kanton zwar über förderliche Rahmenbedingungen dafür verfügt, dass es jedoch in der Ausgestaltung der Platzierungsprozesse Unterschiede gibt, da wenig verbindliche Standards dafür bestehen.

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  • WiF - Wissenslandschaft Fremdplatzierung

    (Stefan Eberitzsch, Samuel Keller, Gabriele E. Rauser, Alessandra Staiger Marx)

    In der Fachpraxis ist ein hoher Bedarf an Orientierungs­wissen im Prozess der Fremdplatzierung erkennbar. Hier setzt das Projekt WiF an: Es schafft eine Wissensplattform, die den Ausgangspunkt bildet für eine gemeinsame, langfristige Qualitätsentwicklung.

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  • Aufgaben und Rollen in der Pflegekinderhilfe

    (Stefan Blülle)

    Pflegekinder, Pflegeeltern, leibliche Eltern: An ihren Bedürfnissen müssen sich die Fachleute der Pflegekinderhilfe orientieren. Damit das möglich wird, gilt es, die Rollen und Zuständigkeitsansprüche der professionellen Helfer zu klären. Eine Reduktion der Zahl der in ein Pflegeverhältnis involvierten Fachpersonen kann hilfreich sein.

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  • Familienrat - das Potenzial sozialer Netzwerke

    (Christa Quick)

    Im Familienrat gemeinsam mit nahestehenden Personen Wege aus Problemen finden – ein Verfahren, das auch im Kindesschutzbereich zur Anwendung kommen kann. Seit 2009 koordiniert die sozial-/sonderpädagogische Organisation Familien Support Bern West erfolgreich Familienräte. Ein Praxisbericht.

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  • Pflegefamilie oder Heim?

    (Klaus Wolf)

    Arrangements der Heimerziehung und Pflegefamilien stellen jeweils ausdifferenzierte Systeme mit einer grossen Formenvielfalt dar. Einfache Schwarz-Weiss-Zeichnungen sind daher nicht geeignet, die für das einzelne Kind und seine Familie richtige Platzierungsentscheidung zu treffen.

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  • Weblinks zum Schwerpunktthema

    Zusammengestellt durch die Geschäftsstelle von sozialinfo.ch unter sozialinfo.ch/sozialaktuell

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Porträt

  • Anne-Claude Gerber: «Zugewanderte sind eine enorme Ressource»

    (Daniel Rothenbühler)

    Migration heisst für viele gut ausgebildete Personen aus Ländern ausserhalb der EU berufliche Dequalifikation. Die Sozialwissenschaftlerin Anne-Claude Gerber unterstützt sie seit 2010 mit einem Mentoringprojekt dabei, in der Schweiz eine ihrer Ausbildung entsprechende Stelle zu finden.

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Plattform

  • Pro Juventute: Witwen-, Witwer- und Waisenfonds

    (Monika Rothacher)

    In der Schweiz sterben jährlich 1500 Mütter und Väter – viele von ihnen überraschend. Ehe- oder Konkubinatspartner und die gemeinsamen Kinder bleiben zurück. Neben dem unermesslichen Verlust haben die Hinterbliebenen oft mit erheblichen finanziellen Engpässen zu kämpfen. Was viele nicht wissen: Pro Juventute gewährt im Auftrag des Bundes ergänzend zur Hinterlassenenrente und zu den kantonalen Ergänzungsleistungen individuelle Unterstützung in der Not.

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  • Lust oder Frust? Arbeitszufriedenheit in Sozialen Diensten

    (Roger Pfiffner)

    Soziale Arbeit ist eine anspruchsvolle Tätigkeit im Spannungsfeld zwischen hohen Anforderungen und begrenzten Ressourcen. Die folgenden Ergebnisse einer aktuellen Studie zeigen, wie Mitarbeitende Sozialer Dienste ihre Arbeitsbedingungen bewerten und wie sich dies auf ihre Arbeitszufriedenheit auswirkt.

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  • Guter Rat muss nicht teuer sein!

    (David Husman, Daniela Richner)

    Nach einem Unfall, einer Krankheit oder einer möglichen medizinischen Fehlbehandlung wissen Betroffene oft nicht, an wen sie sich wenden können. Dank dem Angebot des Vereins «Rechtsberatungsstelle UP für Unfallopfer und Patienten» (nachfolgend: UP) haben sie die Möglichkeit, unkompliziert, erschwinglich und schnell zu ihrem Recht zu kommen.

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  • Reclaim Democracy

    (Beat Ringger)

    Werden die Menschenrechte und die demokratischen Freiheiten in den nächsten Jahren niedergeTRUMPelt? Die Präsidentschaftswahlen in den USA und die Erfolge der nationalistischen Rechten in etlichen europäischen Ländern wecken solche Befürchtungen. Die Zivilgesellschaft muss sich formieren. Zum Beispiel am Kongress «Reclaim Democracy» Anfang Februar in Basel.

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