AvenirSocial - Professionelle Soziale Arbeit Schweiz

Die Kinderbetreuungsverordnung schiesst über das Ziel hinaus

AvenirSocial begrüsst die Bemühungen zur Revision der Pflegekinderverordnung. Am aktuellen Entwurf wird jedoch kritisiert, dass zu viele Betreuungsverhältnisse der Bewilligungspflicht unterstellt und zu detaillierte Abläufe vorgeschrieben werden. Auch sind Widersprüche zwischen dem Kommentar und dem Entwurf vorhanden. Die hohe Regelungsdichte verunmöglicht individuelle Lösungsansätze. Der Verordnungsentwurf wirkt unfertig und schiesst über das Ziel hinaus.

AvenirSocial, der Berufsverband der Professionellen der Sozialen Arbeit, nimmt Stellung zur Kinderbetreuungsverordnung. AvenirSocial begrüsst grundsätzlich die Bestrebungen, die Professionalität und Qualität in der Fremdbetreuung von Kindern zu verbessern. Auch sind die Bemühungen, eine einheitliche Regelung auf Bundesebene zu installieren, als grosser Fortschritt zu würdigen. Die Anpassung der Begrifflichkeiten an die Praxis ist löblich.
Dennoch ist der Entwurf in vielen Bereichen unfertig, widersprüchlich und nicht zu Ende gedacht. Die Regelungsdichte ist zu hoch. Die Umsetzbarkeit in der Praxis in weiten Teilen fraglich. Viele Regelungen dienen nicht dem Schutz des Kindeswohls. Der Vernehmlassungsentwurf unterstellt zu viele Betreuungsverhältnisse der Bewilligungspflicht und schlägt zu detaillierte Abläufe vor. Zum Schutz des Kindeswohls sind Ausnahmen im Einzelfall unbedingt zuzulassen. Durch die umfassende Bewilligungspflicht ist auch eine Kostenexplosion zu befürchten.
Der Entwurf zur Kinderbetreuungsverordnung weist gravierende Widersprüche zwischen den Normen und den Kommentaren auf. Auch fehlen Übergangsbestimmungen für bereits bestehende Betreuungsverhältnisse.