AvenirSocial - Professionelle Soziale Arbeit Schweiz

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Wohin wende ich mich bei Verdacht auf Missbrauch oder Misshandlung?

Was kann ich als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter präventiv tun?
AvenirSocial hat gemeinsam mit elf weiteren Verbänden die Charta zur Prävention gegen sexuellen Missbrauch, Misshandlung und weitere Formen der Integritätsverletzung erarbeitet.

AvenirSocial vertritt die Prinzipien dieser Charta, und legt besonderen Wert auf die Prävention. Ein verantwortungsvolles und wirksames Engagement seitens der Institutionen ist dabei unabdingbar. Die Angestellten müssen über eine geeignete Qualifikation, d. h. über eine ausreichende Berufsausbildung verfügen, damit die ihnen übertragene Tätigkeit zufriedenstellend ausgeübt werden kann. Weiterbildungen sollen angeregt werden und Teil des beruflichen Alltags sein – leider ist dieser Grundsatz heute noch nicht ausreichend umgesetzt. Weiterbildungen sollten von anerkannten Bildungseinrichtungen durchgeführt werden und qualifizierend sein.

Weitere Empfehlungen von AvenirSocial.

Neues Merkblatt "Sexuelle Ausbeutung: Hinweise zu Prävention, zum Umgang mit Verdachtsfällen und zur Intervention"
Die Erziehungsdirektion hat für Führungspersonen in Schulen, in Tagesschulen und in der Schulsozialarbeit ein Merkblatt betreffend sexueller Ausbeutung publiziert.

Das Merkblatt nimmt sich anspruchsvoller Fragen an zu Prävention von sexueller Ausbeutung, zum Umgang mit Verdachtsfällen und zur Intervention. Dieses Merkblatt erachten wir als sehr empfehlenswert - auch für andere Arbeitsfelder. Es gibt insbesondere zu heiklen Fragen betreffend Vorgehensweisen klare Antworten. Hilfreich sind zudem die Angaben zu relevanten spezialisierten Fachstellen und zu weiterführenden Informationen.

Besonders wichtig ist, dass Kinder, welche Opfer sein könnten, nicht befragt werden dürfen. Ihre Meldung soll aber wortgetreu und schriftlich festgehalten werden.

Direkter Download - Achtung Link öffnet sich in einem neuen Fenster (ERZ Merkblatt sexuelle Ausbeutung 2014 - document, 0.23 MB)   ERZ Merkblatt sexuelle Ausbeutung 2014 (0.23 MB)
Was kann ich als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter tun bei Verdacht auf Missbrauch, Misshandlung oder falschen oder schlechten Behandlungen in einem Heim?
AvenirSocial Sektion Bern empfiehlt, gemäss institutionsinternem Konzept vorzugehen und entsprechend den Vorgaben die Vorgesetzten oder die interne Meldestelle zu benachrichtigen. Der Einbezug von Fachstellen, der Polizei sowie der Aufsichtsbehörde (das Alters- und Behindertenamt (ALBA), bzw. das Kantonale Jugendamt (KJA)) erfolgt in der Regel via Vorgesetzte.

Besteht kein erhärteter Verdacht, jedoch eine vage Vermutung oder ein zukünftiges Risiko, empfehlen wir, sich je nach Situation von Expert/innen einer Fachstelle und/oder von der Aufsichtsstelle beraten zu lassen. Siehe auch untenstehende Kontaktangaben.

Besonders wichtig ist, dass Kinder, welche Opfer sein könnten, nicht selber befragt werden dürfen. Ihre Meldung soll aber wortgetreu und schriftlich festgehalten werden.

Von direkten Konfrontationen raten wir klar ab. Lassen Sie sich zum Vorgehen beraten, um allfällige Opfer (oder falsch angeschuldigte Personen) bestmöglich zu schützen sowie strafrechtliche oder aufsichtsrechtliche Untersuchungen bestmöglich zu unterstützen. Gerne unterstützen wir unsere Mitglieder.

Ich kann meine Beobachtungen nicht in der Institution besprechen, was tue ich?
Wenden Sie sich an eine unabhängige externe Fachstelle.

Unabhängige Fachstellen, die Fachpersonen anderer Institutionen beraten (Auswahl)

Expert/innen bei Verdacht auf Missbrauch oder Misshandlung von Kindern:
Fil Rouge Kindesschutz: Tel. 031 633 71 48, filrouge (at) jgk.be.ch
Kantonale Anlauf- und Beratungsstelle für Fachleute bei Verdacht oder Gewissheit einer Kindsmisshandlung (nicht für Angehörige oder Betroffene).

Opferhilfe-Beratungsstellen
Die kantonalen Opferhilfestellen unterstützen Menschen, die Opfer einer Straftat geworden sind juristisch, sozial, medizinisch, psychologisch und materiell. Dies ist unabhängig davon, ob ein Strafverfahren eingeleitet wurde oder nicht. Sie beraten auch Fachpersonen anderer Institutionen. Kontaktangaben der Opferhilfe-Beratungsstellen.

Bernische Ombudsstelle für Alters-, Betreuungs- und Heimfragen
Die Ombudsstelle ist - zusätzlich zu ihren bekannten Aufgaben in Konfliktsituationen - Anlauf- und Meldestelle für Vorkommnisse von sexuellem Missbrauch und anderen Grenzverletzungen.
Kontakt.

Informationen betreffend einer aufsichtsrechtlichen Anzeige seitens des Alters- und Behindertenamt (ALBA) des Kantons Bern
a) Auch Mitarbeitende können eine aufsichtsrechtliche Anzeige erstatten, bei „Tatsachen, die ein Einschreiten der Aufsichtsbehörde (ALBA) geboten erscheinen lassen“ (Heimverordnung Art. 27).

b) Sind Sie aber unsicher, ob die Gründe für eine aufsichtsrechtliche Anzeige gegeben sind oder hat eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter Befürchtungen, es bestehe ein Risiko für zukünftige Probleme und Verfehlungen, kann und soll diese/r sich jederzeit ganz informell ans ALBA wenden, um abzuklären, wie am besten weiter vorzugehen ist.

Das ALBA legt grossen Wert darauf, dass Mitarbeitende Beobachtungen über allfällige Missstände oder falsche Behandlungen unbedingt melden, damit den Bewohnerinnen und Bewohnern von Heimen der ihnen zustehende Schutz ihrer Gesundheit, persönlichen Integrität und Würde bestmöglich garantiert werden kann. Das ALBA ist um jeden relevanten Hinweis froh und geht diesen gerne nach.
Auch Berufspersonen, welche nicht in einer Institution arbeiten, die der Aufsicht des ALBA unterstellt ist, dürfen sich ans ALBA wenden, wenn ihnen die zuständige Stelle nicht bekannt ist.
Meldungen ans ALBA können auch anonym erfolgen, dies ist aber oft wenig hilfreich, da das ALBA darauf angewiesen ist, bei den Meldenden weitere Auskünfte einholen zu können. Alle Mitteilungen ans ALBA werden selbstverständlich vertraulich behandelt.

Kontakt ALBA: Tel. 031 633 42 83, info (at) alba.gef.ch